Master of Laws (LL.M.) an der University of Western Sydney (UWS) Parramatta Campus
UWS
Die University of Western Sydney hat mehrere Campusanlagen die im Westen von Sydney verteilt sind: Bankstown, Blacktown, Campbelltown, Hawkesbury, Parramatta und Penrith.
Die Campusanlagen sind alle sehr unterschiedlich und jede Campusanlage hat ihren eigenen Flair. Jedoch sind, soweit ich weiß, die wichtigsten Infrastrukturen, wie z.B. PC Räume und Bibliothek, auf allen Anlagen zu finden. Natürlich haben diejenigen Anlagen, auf denen Studenten auch wohnen können, auch meistens mehr zu bieten an Unterhaltung für Studenten (wie z.B. Sport, Music, Uni-Bar, etc).
Sofern man aber nicht vor hat, auf dem Unigelände zu wohnen, ist es eigentlich fast egal wo man studiert. Wichtig ist dann eigentlich nur noch der geographische Standort der Campusanlagen im Verhältnis zum Wohnort und zur City.
Jedoch hat man meistens keine Wahl zwischen den Campusanlagen, denn viele Fächer bzw. gesamte Kurse werden nur an bestimmten Campusanlagen angeboten. Es ist wichtig, sich rechzeitig zu informieren an welcher Campusanlage man evtl. landen wird, um auch entscheiden zu können wo man wohnen will.
Die UWS liegt nicht am Strand wie etwa die UNSW und ist auch nicht so zentral wie die University of Sydney oder die UTS. Das ist einer der größten Nachteile der UWS. Dafür hat man evtl. die Möglichkeit, nicht unbedingt in der City wohnen zu müssen und kann damit ganz schön Geld sparen.
Weiterhin ist die UWS eine relativ neue Uni, sie ist noch nicht so etabliert wie die UNSW und hat dementsprechend noch kein so hohes Renommee. Ist aber auf dem besten Weg dahin.
LL.M. an der UWS
Die Juristische Fakultät der UWS steht denen der anderen Unis in nichts nach. Die Professoren sind alle sehr hoch qualifiziert und die meisten sind oder waren in dem relevanten Berufsfeld sehr erfolgreich. Insgesamt wirkt der Lehrstil sehr modern und der Stoff ist angepasst, um extrem aktuell und relevant zu sein. Keine alten, grauhaarige Professoren die jedes Semester dasselbe erzählen.
Das UWS LL.M. verlangt 8 bestandene Fächer (evtl. plus 1 Einführungsfach), die man sich individuell zusammenstellen kann. Die Auswahl ist relativ groß, mit Hang zum Wirtschaftsrecht. Es werden aber auch Fächer wie „Mediation“ und „Alternative Dispute Resolution“ angeboten. „Computer Law“ und „Electronic Financial Transactions Law“ sind zwei weitere Beispiele für sehr aktuelle und für Juristen relevante Fächer die an der UWS angeboten werden.
Jedes Fach dauert 1 Semester. Einige Fächer werden aber auch in der Sommer bzw. Winterpause angeboten. Das LL.M. an der UWS ist gut in einem Jahr zu schaffen, was ein deutlicher Vorteil der UWS ist.
Die Klassen haben meist Seminargröße und -format. Üblich sind ca. 10-20 Studenten. Viele Klassen treffen sich nur 4-5 mal im Semester, dafür dann aber fast den ganzen Tag lang, und oft am Wochenende. Es gibt aber auch welche mit 2-3 stunden jede Woche. Üblich sind, pro Fach, 1 bis 2 Aufsätze im Semester (ca. 3000 Wörter jeweils) und eine Klausur am Ende des Semesters. Manche haben darüber hinaus oder stattdessen Referate, die gehalten werden müssen oder sonstige Aufgaben. „Mediation“ verlangt z.B. die Abgabe eines selbstgedrehten Videos von einer gehaltenen Mediation (Rollenspiel natürlich).
Insgesamt hängt die Schwierigkeit des LL.M. stark von der Fächerwahl, Notenvorstellung und von den Englischkenntnissen des Studenten ab. Man überarbeitet sich nicht unbedingt, hat aber eigentlich immer genug zu tun, manchmal sehr viel und manchmal eben weniger. Da das LL.M. ein Postgraduate Kurs ist, ist es jedem selber überlassen, wie viel Arbeit man investieren will und was man daraus ziehen möchte. Das ist auch die generelle Einstellung mit denen die Professoren einem entgegenkommen.
Das Verhältnis zu den Professoren ist im Vergleich zu Deutschland sehr locker. Meist wird jeder, inklusive des Professors, mit Vornamen angesprochen und die Stimmung ist generell sehr angenehm. Die Professoren sind sehr hilfsbereit und haben immer ein offenes Ohr für evtl. Schwierigkeiten. Da es sehr viele internationale Studenten an der UWS gibt, haben sowohl die Kommilitonen als auch die Professoren für evtl. anfängliche Sprachschwierigkeiten Verständnis.
Ich bin extrem froh, an der UWS mein LL.M. gemacht zu haben. Die Fächer, die ich belegt habe und die Kontakte, die ich mit einigen Professoren geknüpft habe, haben den Verlauf meines Werdegangs stark positiv beeinflusst. Und dies in solch einer Weise, wie es an den anderen Unis in Sydney höchstwahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre.
Wohnen in Sydney
Einige Campusanlagen bieten das Wohnen auf dem Gelände an. Davon kann ich aber nur abraten. Die Zimmer sind meist sehr teuer und bieten dafür sehr wenig. Jeder sollte in der Lage sein, ein Zimmer in einer WG zu finden, für deutlich weniger als die Uni verlangt. Andererseits ist es natürlich sehr praktisch, in Sydney anzukommen und schon ein Zimmer zu haben. Trotzdem kann ich nur jedem empfehlen, nach der Ankunft erst mal für paar Tage in einem Youth Hostel oder Motel zu übernachten und sich selber eine Wohnung zu suchen. Es lohnt sich.
Wer eine Wohnung sucht, hat mehrere Möglichkeiten. Einerseits kann die Uni bei der Wohnungssuche helfen. Es hängen normalerweise Anzeigen an den Wänden von Leuten, die einen Mitbewohner suchen und die Student Association hat Listen mit Telefonnummern von Leuten, die Mitbewohner suchen. Oft kann die Uni auch bei der Zusammenstellung einer neuen WG helfen.
Sonst geht man einfach zum nächsten Immobilienmakler und kann, meistens, die in Frage kommenden Wohnungen sogar alleine besichtigen. Das schöne an dem Makler System in Australien (zumindest bei den meisten)ist, dass für den Mieter keine Kosten entstehen. Der Vermieter trägt die Kosten des Immobilienmaklers. Daher ist der Immobilienmakler eine realistische Alternative für die Wohnungssuche.
Man sollte ungefähr $100 pro Woche für ein Zimmer in einer WG rechnen. Ab $ 200 kriegt man schon eine eigene 2-3 Zimmer Wohnung. Aber die Preise sind natürlich stark von der Lage und dem Zustand der Wohnung abhängig. Nach oben gibt es kein Limit.
Die meisten Studenten wollen natürlich in der Nähe des Strands wohnen, bzw. so nah wie es geht. Das heißt meistens in oder um Bondi. Bondi ist nicht billig, sonst natürlich wunderschön und relativ zentral gelegen. Man muss sich aber bewusst sein, dass man zu den meisten UWS-Anlagen mindestens eine Stunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln braucht.
Newtown ist auch ein sehr beliebter Wohnort. Newtown ist extrem zentral gelegen, nur wenige Minuten zur Central Station und Town Hall. Es gibt hier sehr viele Studenten (University of Sydney ist in der Nähe), viele Bars, Cafes, Restaurants, Discos. Hier ist immer was los. Natürlich auch nicht immer billig.
Das Problem ist, dass UWS mehr oder weniger im Westen von Syndey ist. Die Penrith (Kingswood, Werrington), Cambelltown, und Hawkesbury Campusanlagen sind ganz schön weit weg von... allem. Wer dort landet sollte sich überlegen, evtl. etwas zentraler zu wohnen (z.B. in Parramatta) und dafür mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Uni zu kommen. Hängt natürlich alles davon ab wie oft man in der Woche wirklich zur Uni muss und wie weit man es zur Uni und zum Sydney Zentrum haben will.
Parramatta und Bankstown sind wahrscheinlich die zwei angenehmsten UWS-Standorte, an denen man studieren kann. Bankstown ist am nahsten zum City-Zentrum, trotzdem muss man bestimmt 20-30 min. Bahn fahren, um dahin zu kommen, wenn man in der City wohnt.
Parramatta ist mein persönlicher Favorit. Wenn man am Parramatta Campus studiert, sollte man es sich gut überlegen, ob man auch nicht gleich in Parramatta wohnen will. Parramatta ist der geographische Mittelpunkt vom Sydney Großraum. Parramatta an sich ist das zweit größte Business-Zentrum von New South Wales nach dem von Sydney. Es hat das größte Einkaufscenter der südlichen Hemisphäre und ist extrem multikulturell. Die Bahnanbindung zur Innenstadt könnte nicht besser sein: maximal 40 min, mit einen Expresszug ca. 30 min.
Parramatta ist sehr grün, hat viele Parks und den Parramatta River, der später in den Sydney Harbour mündet. Man kann auch per Fähre in die Innenstadt, dauert nur länger. Es gibt viele Cafes, Restaurants, etc... Parramatta ist eben der Zentralpunkt für den gesamten Westen von Sydney. Hier kann man sehr gut wohnen und die Preise sind noch relativ normal.
Mein Tipp: wenn’s geht, entweder in der City (Newtown, Bondi) oder in Parramatta wohnen.
Sydney Infos
Das Sydney eine außergewöhnliche Weltstadt ist, versteht sich von selbst. Hier lebt und studiert es sich sehr gut. Ich kann mir keinen Grund vorstellen, hier nicht studieren zu wollen. Da die meisten über die Stadt Sydney mehr oder weniger gut bescheid wissen (spätestens nach den Olympischen Spielen), spare ich mir hier die Standardinformationen zum Standort Sydney. Dennoch hier ein paar Infos:
- Im Winter wird es Nachts kalt. Sehr kalt. Die meisten benützen im Winter tragbare Ölheizungen, Heißluftgeräte oder Heizdecken, denn eingebaute Heizkörper gibt es so gut wie gar nicht.
- Im Sommer ist es im Westen von Sydney (z.B. Parramatta, Penrith) generell viel wärmer als an der Küste. Da kann es gut 35 Grad sein, während es in der Stadt 27 Grad sind.
- Die Sonne ist in Australien sehr stark. Auch wenn die Luft relativ kühl ist, ist es in der Sonne immer richtig warm. Nie länger als 15 min. in der Sonne stehen ohne Sonnenschutz, speziell im Sommer, speziell am Anfang des Aufenthaltes.
- Australier fahren Auto, sie laufen nicht. Und sie fahren auch kein Fahrrad. Trotzdem kann man in Sydney gut Fahrrad fahren. Man ist allerdings verpflichtet, einen Helm tragen.
- Die Zeit bei Ortsgesprächen wird nicht gestoppt, d.h. man kann für 22 Cent so lange telefonieren wie man will. Internet ist dementsprechend auch nicht teuer.
- Einige Sachen in Sydney sind teurer als in Deutschland (z.B. Milchprodukte), andere sind billiger (z.B. Elektronik). Insgesamt sind die Lebenserhaltungskosten in Sydney wahrscheinlich gleich oder leicht niedriger als in Deutschland. Wettbewerb wird jedoch in Sydney groß geschrieben und es gibt immer extrem gute Angebote.
- BYO heißt „Bring Your Own“. Viele Restaurants sparen sich die Alkohollizenz und erlauben, dass man seine eigenen alkoholischen Getränke mitbringt. Einige erlauben alles, andere nur Weinflaschen. Alkohol gibt’s nur in Bottle Shops, das sind spezielle Läden nur für alkoholische Getränke.
Wie jeder weiß hat man in Sydney schon genug zu erleben: Strände, Bridge Climb, Oper besuchen, etc... Aber man kann auch um Sydney herum viel erleben. Im Westen von Sydney sind die Blue Mountains, im Süden kann man gut tauchen gehen und man sollte auf jeden Fall mal eine Reise nördlich durch Queensland nach Cairns machen.
Viel Spaß und Erfolg,
Christoph Monnet
www.InSydney.de.vu für Fotos von UWS Parramatta und mehr...