Ich habe im Wintersemester 2003 (August 2003 bis November 2003) im Study Abroad Programm (undergraduate) an der Business & Economics Fakultät der University of Sydney studiert. Vielen Dank nochmals an das gesamte Team von Ranke-Heinemann, das mich bei den Vorbereitungen und dem Bewerbungsprozess stets tatkräftig unterstützt hat!
PLANUNG IM VORFELD
Trotz der Unterstützung durch das Institut Ranke-Heinemann gibt es einige Aufgaben, die im Vorfeld erledigt werden müssen.
Bewerbungsprozess
Meine Bewerbung für das Sommersemester 2003 habe ich im Herbst 2002 an Ranke-Heinemann geschickt und hatte somit einen großzügigen Zeitpuffer um eventuell fehlende Unterlagen nachzureichen (Deadline überprüfen). Die entgültige Zusage bzw. das Angebot eines Studienplatzes der University of Sydney erhielt ich nur wenige Wochen nach Ablauf der Bewerbungsfrist (damals: Dez. 2002). Nach Erhalt dieser Unterlagen musste nur noch die Studiengebühr überwiesen werden, um das endgültige COE (Certificate of Enrolment) zu erhalten.
Studiengebühren
Die Studiengebühren der University of Sydney beliefen sich im Jahr 2003 auf ca. 7500 A$ (entsprechen ca. 4700€), sind aber jedoch nach Ablauf des Semesters auf ca. 9300 A$ erhöht worden. Zusätzlich zur Studiengebühr muss eine Krankenversicherung abgeschlossen werden und es fällt eine Einschreibegebühr in Höhe von 300A$ an.
Flug
Der Flug sollte zum baldmöglichst gebucht werden, da die billigen Tickets schnell vergriffen sind. Dabei muss mit Preisen von 950€ bis 1050€ gerechnet werden. Besonders empfehlen kann ich hierbei Singapore Airlines, die über einen spitzen Service, viel Beinfreiheit und ein nahezu unüberschaubares Angebot an Videos und Musik verfügen. Darüber hinaus sind die Stopover-Angebote in Singapur günstig (Hotel ab ca. 25€ pro Nacht) und man kann sich auch diese Metropole näher ansehen, bevor es nach Australien weitergeht.
Visum
Die Beantragung des Visums ist vergleichsweise einfach. Wird das Visum online beantragt erhält man die Bestätigung meist binnen einer Woche. Nach Ankunft in Australien muss man sich dann nur noch den Visa-Stempel beim Immigration-Office (nähe Railway Square) abholen.
SYDNEY
Nach der Ankunft in Sydney heißt es erst einmal sich zurechtzufinden, doch bald lernt man die entspannte Atmosphäre, das vergleichsweise gute Wetter (es ist nicht immer Sommer!) und die Freundlichkeit der \"Aussies\" zu schätzen.
Wohnungssuche
Die Wohnungssuche in Sydney kann unter Umständen etwas problematisch werden, da Wohnungsmakler meist eine Mindestmietdauer von 6 Monaten voraussetzen. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten an ein schönes „Zuhause“ für die Zeit in Australien zu kommen:
- Sydney University Village
- www.suv.com.au/
- Frühzeitig buchen! (bei uns war bereits alles ausgebucht)
- Unilodge
- http://www.unilodge.com.au
- Geräumige Doppelzimmer und Einzelzimmer in ehemaligem Hotel
- Eigenes Bad und Einbauküche
- In unmittelbarer Nähe zu Universität
- Eher gehobene Preisklasse (vor allem bei Einzelzimmern)!
- \"The Millbrow\"
- 2 Doppelzimmer und 5 Einzelzimmer in internationalem Guesthouse in Glebe (387 Glebe Point Rd)
- Gemeinsame Küche, Wohnzimmer und zwei Bäder
- Vergleichsweise günstige Preise (120 – 150 A$ pro Woche)
- Kontakt: Kevin (0409330690)
Öffentliche Verkehrsmittel
Das Bus- und Bahnsystem in Sydney kann auf den ersten Blick etwas unübersichtlich wirken (und ist es vielleicht auch), aber sobald man weiß mit welchem Bus man wohin kommt (z.B. 424 vom Hafen zur Uni) dürfte es keine Probleme geben. Man sollte sich aber auf jeden Fall ein „Weekly“-Ticket kaufen, da dieses meist günstiger ist als Einzel- oder Zehnerkarten.
Kommunikation
Unter den Prepaid-Mobilfunkanbietern konkurrieren derzeit Optus, AAPT und Vodafone und versuchen mit Lockangeboten neue Kunden zu gewinnen. Deshalb: Unbedingt vergleichen! Um Telefonate ins Ausland zu führen sollte man ebenfalls zu Prepaid-(Telefon)-Karten greifen, mit denen man von jedem Telefon ab ca. 3 Cent nach Deutschland telefonieren kann. Bei der Auswahl der Telefonkarten (es gibt eine unüberschaubare Anzahl von unterschiedlichen Anbietern) sollte man darauf achten, dass neben den Gebühren für die Einheiten keine zusätzlichen Kosten (Flagfall etc.) hinzukommen. Gute Erfahrungen habe ich damals mit \"Hello\"-Karten gemacht. Auch beim Internetzugang sollte auf Prepaid-Karten zurückgegriffen werden. Hier kann ich ebenfall die Hello-Karten wärmstens empfehlen (30 Tage Flatrate excl. Einwahlgebühr für 20A$). Normale Ortsgespräche kosten – unabhängig von der Dauer - eine einmalige Gebühr von 20 – 40 Cent (je nach Vertrag). Die Landesvorwahl für Australien ist 0061.
Bargeld
Durch eine Kooperation zwischen der Westpack und Deutschen Bank können alle Kunden der Dt. Bank mit ihrer EC-Karte umsonst Geld an den ATMs der Westpack-Filialen abheben. Sollte man trotzdem ein Australisches Konto benötigen, bietet die Commonwealth Bank ein kostenloses Studentenkonto an.
UNIVERSITY OF SYDNEY
Die University of Sydney liegt zentral im Herzen von Sydney und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln von überall gut zu erreichen. Trotz des riesigen Geländes findet man sich schnell zurecht und weiß, wo was los ist.
Einschreibung
Nach dem ganzen Stress im Vorfeld, verläuft die Einschreibung und Kurswahl relativ unkompliziert. Das International Office steht den Austauschstudenten dabei stets mit Rat und Tat zur Seite und sollte deshalb auch immer als Ansprechpartner Nr. 1 genutzt werden. Die Kurse können noch während der ersten Wochen umgewählt werden (Deadline beachten!) und somit kann man sich erst einmal alle interessanten Kurse anschauen und sich danach für drei bis vier Kurse entscheiden.
Kurse
Die Vorlesungen finden meist in modernen Vorlesungsräumen mit 300 bis 700 Sitzplätzen statt und dauern 1 Stunde 30 Minuten. Nachfolgend findet Ihr eine Zusammenfassung der von mir belegten Kurse:
Corporate Finance I:
Sehr guter “Grundlagenkurs” der von einem sehr engagierten Professor gehalten wird. Neben einer Vorlesung findet ein Tutorial pro Woche statt bei dem Anwesendheitspflicht besteht. Die Note setzt sich aus einem „Midterm-„ und „Final-Exam“, einer Kurzpräsentation und einem „Paper“ zusammen. Der Arbeitsaufwand ist angemessen und die Benotung ist fair. Fazit: Empfehlenswert!
Bank Financial Management:
Interessante Thematik mit leider nicht so interessanten Vorlesungen. Dieser Kurs besteht aus einer einzigen Vorlesung, die sich leider als nicht sehr effizient herausstellte. Die Inhalte konnten problemlos und innerhalb kürzester Zeit im Selbststudium erarbeitet werden. Die Note setzt sich dabei auch einem „Mid-Term-„ und einem „Final-Exam“ zusammen. Es ist dabei ohne weiteres möglich gute bis sehr gute Leistungen zu erreichen. Fazit: Interessante Inhalte mit durchschnittlichen Vorlesungen!
Industrial Organisations:
Aufbauend auf diverse VWL-Kurse an der University of Sydney stellte sich dieser Kurs schnell als „Horrorkurs“ für ausländische Studenten heraus, da denen meist die vorausgesetzten Grundlagen zur Herleitung und Berechnung volkswirtschaftlicher Vorgänge fehlten. Letztendlich mussten viele um ihre 50% kämpfen und der Professor senkte mehrmals die Notengrenzen, um ein einigermaßen vertretbares Gesamtergebnis zu erzielen. Neben der Vorlesung wird ein Tutorial mit allen Studenten (keine Gruppen) angeboten, dass zum Bestehen des Kurses besucht werden muss. Fazit: Nur für VWL-Profis!
Computer & Infrastruktur
Die Nutzung der Computer an der University of Sydney ist kostenpflichtig. Eine Ausnahme stellen dabei die Rechner in der Fisher Library dar, die offiziell nur zur Recherche verwendet werden dürfen. Ausdrucke werden dabei gesondert berechnet und müssen per Chip-Karte bezahlt werden. Ein W-LAN existiert leider noch nicht und in meines Wissens nach auch nicht in Planung.
FAZIT
Alles in allem ist ein Auslandssemester an der University of Sydney absolut zu empfehlen! Man sollte jedoch die Möglichkeit nutzen sich alle interessanten Kurse in der „Orientation Week“ anzusehen und sich danach für seine Favoriten entscheiden.