Hallo!
ich habe von Februar bis Juli 2005 an der University of Queensland (UQ) Physik studiert. Der folgende Bericht soll helfen, bei den Vorbereitungen in Deutschland so viel wie möglich richtig zu machen, um einen gelungenen Aufenthalt zu haben. Insgesamt besteht er aus drei Teilen: Der erste in an Leute gerichtet, die zunächst einmal auschecken wollen, ob Brisbane wohl eine gute Wahl wäre. Die Teile zwei und drei geben eher Insidertips an Leute die definitiv nach Brisbane und an die UQ gehen. In diesen Teilen habe ich Abschnitte, die australienweit relevante Informationen enthalten, mit einem Stern (*) gekennzeichnet. Bei Internetangeboten habe ich in der Regel nicht die genaue Adresse eingegeben, weil es wahrscheinlich für alle Beteiligten einfacher ist, einfach unter google (.com.au) nach den Angeboten zu suchen.
PART 1 - Brisbane oder nicht Brisbane?
Als erstes steht natürlich die Auswahl eines Landes und einer Uni zur Debatte. Wenn du das hier liest, scheint das Land für Dich Australien zu heißen. Glückwunsch, ich glaube. dass ist eine gute Wahl. Was die Uni anbetrifft, ist es schon schwieriger, eine Entscheidung zu finden. Für mich war die erste Selektion dadurch gegeben, dass viele Unis hier kein Physik angeboten haben, weiterhin hatte man mir von Universities of Technology abgeraten, da sie eher auf dem Niveau einer Fachhochschule wären. Ob letzteres wirklich so ist, wage ich inzwischen etwas zu bezweifeln, die hier ansässige Queensland Uni of Technology hat jedenfalls keinen schlechten Ruf. Jedenfalls, übrig blieben bei mir zunächst ca. 15 Unis, aus denen ich dann die mit dem besten Wetter rausgesucht habe ;-).
Nein, es gibt natürlich auch noch andere Sachen zu bedenken: Wie weit ist der Campus von der Stadt entfernt? Viele Unis haben den Campus weit außerhalb der Stadt, so dass sich das tägliche Leben voll auf den Campus und evtl. die anliegende Kleinstadt konzentriert, was meiner Meinung nach nicht unbedingt empfehlenswert ist. Hier in Brisbane gibts drei Campi (Campusse?), nämlich Ipswich, Gatton und St. Lucia. Erstere beide sind ziemlich weit weg von der City, St.Lucia (an dem ich bin) ist dagegen nur ca. 7 km vom Zentrum entfernt. Lass Dich nicht von euphemistischen Beschreibungen einlullen... oft werden auch Entfernungen von 30 oder mehr Kilometern als Katzensprung dargestellt, die sie einfach nicht sind, insbesondere wenn man kein Auto hat. Mir persönlich reichen die sieben Kilometer völlig, wenn ich die mitten in der Nacht auf dem Heimweg von ner Party überbrücken muss - auf welche Art auch immer. An welchem Campus man landet ist abhängig vom Fach, man kann sich das also nicht wirklich aussuchen. Absolut vermeiden sollte man Aktionen, die das Pendeln von einem Campus zum anderen erfordern.
Wie teuer ist die Uni? Auch wenn meiner Erfahrung nach sich zwischen den Unis nicht so arg viel tut - einen Blick ist es wert. Study Abroad Studenten zahlen einen Pauschalpreis, im Gegensatz zu den einheimischen Studenten, die (neuerdings) per Kurs bezahlen (und dabei aber immer noch billiger wegkommen). Ich hab AUD$ 8200 bezahlt, ca. 4800 Euros.
Wie teuer ist die Stadt selbst? Brisbane soll angeblich die günstigste Großstadt here around sein. Ob das stimmt, weiss ich nicht, aber sehr teuer ist es nicht. Trotzdem kann es für Leute aus kleineren Städten teilweise zu Überraschungen kommen (s. Finanzen)
Wie toll ist die Stadt? Hier liefern Reiseführer sicher gute Dienste. Ich bin soweit mit Brisbane ganz zufrieden, auch wenn es ein etwas verschlafenes, konservatives Nest ist. Es ist defintiv eine sehr ruhige und relaxte Stadt, kaum Kriminalität und offener Wohlstand (was sich in protzigen Fahrradwegen genauso äußerst wie in subventionierten Buspreisen und somit nicht zu verachten ist). Sydney hab ich mir eine Woche lang angeschaut und es hat mir auch sehr gut gefallen. Allerdings sind dort die typischen Großstadtprobleme offensichtlicher, so wie Randalierer in den UBahnen oder aufdringliche Bettler. Aber auch wenn man sich dazu entscheiden sollte, nicht dort zu studieren, ist ein (längerer!) Besuch absolute Pflicht. Die Innenstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten, Einkaufsmöglichkeiten und Parks hat mehr als ein Wochenende verdient. Perth war bis zuletzt meine Zweitwahl, aber inzwischen bin ich froh, nicht dort gelandet zu sein, weil es definitiv zu einem schönen Aufenthalt hier gehört, etwas vom Land zu sehen. Und das ist schwierig genug, wenn man an der Ostküste ist - an der Westküste bist du verloren.
Mehr über Brisbane
Wenn Du auch nach Brisbane möchtest, gibt es hier immer noch drei Unis in der Stadt: Die Griffith, die QUT und die Uni of Queensland (UQ). Alle haben aber auch woanders Niederlassungen, also Vorsicht. Die Griffith und die QUT sind in Southbank, seines Zeichens Brisbanes Vorzeigeort und direkt neben der Innenstadt. Die UQ, an der ich bin, ist in St.Lucia, ein nobler Vorort im Süden. In Brisbane gibt es drei Viertel, die zu kennen es sich lohnt: Innenstadt (CBD) mit der Queenstreet Mall zum Einkaufen, Southbank zum Relaxen oder Joggen oder nachmittags spazierengehen, und das Fortitude Valley, das Kneipen- und Diskoviertel Brisbanes. Praktischerweise sind diese drei Viertel direkt nebeneinander (Fortitude Valley direkt rechts neben der Innenstadt, Southbank südlich auf der anderen Flussseite). St.Lucia ist ein sehr ruhiges Wohnviertel mit vielen Einfamilienhäusern, Spielplätzen, ein paar kleinen Geschäften und Restaurants und einem Golfplatz. Sein großes Plus ist die Nähe zur Uni, dieses Plus erkauft man sich jedoch mit hohen Mieten, mittelmäßiger Verkehrsanbindung und suboptimalen Einkaufsmöglichkeiten. Mein persönlicher Tip für UQ Studies wäre Toowong, von wo aus man mit dem Fahrrad, dem Bus oder der Ferry immer noch gut zur Uni kommt (ca. 10 min Fahrradfahrt), wo man aber einen Citytrainbahnhof und ein Shopping Centre hat (und die zwei einzigen Kneipen hier im Umkreis). Ich wohne in St Lucia, allerdings an der Grenze zu Toowong, so dass ich auch noch was von dem Bahnhof und dem Shopping Centre habe. Eine andere schöne Möglichkeit zum Wohnen ist das West End, DAS Studentenviertel überhaupt in Brisbane. Der einzige Nachteil ist, dass man eine Fähre zur Uni nehmen muss, weil es auf der falschen Flussseite liegt (West Ender pflegen dagegen zu behaupten, ihr Ort läge auf der richtigen und die Uni auf der falschen Flussseite!). Die Kneipen, Restaurants und Clubs und die Nähe zur Stadt und zum Valley sprechen deutlich für das West End.
Mehr über die UQ
Die UQ hat den Anspruch, einer der ganz großen Unis zu sein, was man ihrem Flair durchaus anmerkt. Auf internationale Vergleichbarkeit und hohe Standards wird hier Wert gelegt. An der Uni gibt es einen hohen Anteil an ausländischen Studenten und Mitarbeitern, und die Uni tut einiges für ihre international visitors. So gibt es sowohl von der Union (so ne Art ASTA, s.u.) als auch von der Uni selbst Beauftragte, die sich bei großen und kleinen Problemen um die Studenten kümmern, außerdem gibt es zahlreiche Angebote für ausländische Studenten von Ausflügen bis Get-together BBQs. Der Campus ist sehr edel, mit Parks und Seen und allem drum und dran, und auch die Hörsäle sind hervorragend ausgestattet. Auf dem Campus gibt es auch diverse Bibliotheken, die eine große Auswahl, aber nicht immer genug Exemplare haben. Weiterhin gibt es (im Moment noch, siehe "Clubs und VSU") zahlreiche Clubs, die für jeden Geschmack etwas anbieten (von Segeln, Fussball und Beachvolleyball über Theater und Literaturgruppen bis hin zu den "chocolate lovers") und neben den eigentlichen Aktivitäten auch immer eine einzigartige Möglichkeit darstellen, neue Menschen kennenzulernen. Etwas bemängeln kann man die Ausstattung mit Computern (zu wenige, eMail checken nur nach fünf Uhr) und die Nichtexistenz einer vernünftigen Mensa. Trotz des hohen Anspruchs, den die Uni hat, muss man keine Angst haben, vom Niveau der Kurse überfordert zu sein - zumindest im Vergleich zu meiner vorherigen Uni (Münster) hab ich keinen großen Unterschied gemerkt, es war eher noch ein wenig einfacher.
PART 2 - Vorbereitungen in Deutschland
Technisches * Steckdosen Die Australier haben sehr seltsame Steckdosen, aber immerhin 230 Volts. Adapter kriegt man hier günstig und an jeder Straßenecke, die Anschleppung aus Deutschland lohnt sich daher nicht wirklich. Was aber Sinn macht, ist eine deutsche Steckerleiste mitzunehmen, so dass man nicht für jedes seiner Geräte einen eigenen Adapter braucht.
Handys
Deutsche Handys funktionieren hier, eine einheimische SIM Karte ist von den größeren Anbietern zum Selbstkostenpreis zu kriegen (AUD$ 30 für SIM Karte mit AUD$ 30 Credit). Für etwas mehr Geld kriegt man hier aber auch ein Prepaidhandy (ab AUD$ 80, Virgin Mobile). Die Kosten sind meiner Meinung nach etwa identisch mit Deutschland, sehr günstig finde ich nur SMS nach Deutschland: zwanzig australische Cent. Außer Virgin Mobile gibt es noch Vodafone (sehr verbreitet, günstige Tarife), Optus und Telstra. Telstra ist das ehemalige Staatsunternehmen und von Reputation, Service und Verbreitung mit der deutschen Telekom zu vergleichen (keiner will, aber jeder hat mit ihnen zu tun).
Telefon
Ein Ortsgespräch kostet hier zwanzig Cents pauschal (unabhängig von Gesprächsdauer), mit dieser Gebühr kann man sich auch mit einem Call-by-call Anbieter verbinden, der wiederum eine günstige Verbindung nach Deutschland herstellt. Den Credit bei dem Call-by-call Anbieter muss man im Vorraus kaufen, erhältlich an jeder Newsagency (Kiosk, sehr verbreitet, zum Beispiel auch mehrere auf dem Campus). Gesprächspreise nach Deutschland liegen grob geschätzt bei ca. 2 Cent die Minute, abhängig vom Call-by-call Anbieter. Wenn man zu seltsamen Zeiten telefonieren kann (drei Uhr nachts zum Beispiel!) kann man auch mal mit unter einem Cent/Minute wegkommen. Welche Telefonkarte am günstigsten ist, ist ein Super-Gesprächsthema mit anderen Studenten, eine defintive Antwort gibt es nicht (um die Sache nicht zu einfach zu machen, haben viele Anbieter noch eine Verbindungsgebühr). Auch die Verkäufer in den Newsagencies erweisen sich aber als hervorragende Berater ("Oh, you wanna call Germany. Yeah mate, I call Germany a lot, too")
Wetter
Auch wenn Brisbane als tropische Stadt bezeichnet wird, sollte man den australischen Winter nicht unterschätzen. Bei klarem Himmel wird es hier nachts oft bis zu unter zehn Grad kalt, so dass man eine Winterjacke dabeihaben sollte, wenn man nicht zu den ganz Hartgesottenen gehört. Ab April braucht man öfter schon einen Pullover, wenn man abends draußen sitzt, während es tagsüber immer noch an die dreißig Grad rangeht. Etwas tückisch ist auch die Tatsache, dass die Häuser hier keine Heizungen haben, und grade in einem Queenslander (Holzhaus) hat man dann innen die gleiche Temperatur wie draußen. Da wir in einem solchen Haus wohnen, haben wir fünf von den sechs Hausbewohnern sich einen kleinen Elektroheater (ca. 20 Dollar) angeschafft. Nur eine Mitbewohnerin, abgehärtet von den kalten Winterwinden an der norddeutschen Waterkant, hält weiter tapfer ohne Heizung durch. Der Sommer dagegen ist einfach nur heiß, und oft auch sehr schwül. Nicht selten bin ich schon beim eMail tippen ins Schwitzen gekommen. Das Wetter ist also wunderbar für Ausflüge zum Strand oder sonstwohin, wobei man die Sonnencreme nicht vergessen sollte (Queensland ist die Region mit der höchsten Hautkrebsrate der Welt, auch wenn das hier noch keiner zur Kenntnis genommen zu haben scheint). Die Uni ist übrigens klimatisiert. Brisbane soll durchschnittlich nur sechzig Regentage im Jahr haben, und ich könnte nicht das Gegenteil behaupten. Vor allem im Winter ist oft für Wochen keine Wolke zu sehen.
Der TOEFL Test *
Das Schwierigste beim TOEFL Test ist wohl die Anmeldung und Bezahlung. Ich war jedenfalls sehr erstaunt, als ein per Post nach Holland verschickter Verrechnungsscheck tatsächlich eingelöst wurde und ich meine Terminbestätigung bekam. Für den Test selbst musste ich ca. 300 Kilometer von Münster nach Frankfurt, was mir eine schlaflose Nacht im Intercity (und zusätzliche Kosten von hundert Euros) beschert hat. Am nächsten Morgen war ich so müde, dass ich kaum meine Daten in den Anmeldebogen eintragen konnte, den Test hab ich aber trotzdem glorreich bestanden. Der ganz große Trick dabei ist nur, sich mit den richtigen Materialien vorzubereiten. Es gibt diverse Bücher und Computerprogramme, die man meistens auch in der Bücherei kriegen kann. Und dann heißt es lernen. Denn das Tückische bei dem Test ist nicht die Sprache (wem der sprachlich zu anspruchsvoll ist, sollte sich das mit dem Auslandssemester vielleicht nochmal überlegen), sondern die Art der Fragen. Nachdem man aber genug Fragen durchgegangen ist, sollte man sich in das Denkmuster der Teststeller reindenken können. Deren Spezialität sind Fragen wie: A friend tells you that it has been late. What does he imply?
a) It has been late
b) he is tired
c) He couldn't call you the day before. Und meistens könnte bei sowas b) sogar richtig sein! Nicht zu weit und nicht zu kurz denken... Achja, mogeln ist tatsächlich absolut unmöglich, die Überwachung toppt jeden Hochsicherheitstrakt. Das Testcentre in Frankfurt ist übrigens mitten in der Innenstadt, in easy walking distance vom Hbf. Das Testergebnis kann man zum Ranke-Heinemann Institut schicken, das dürfte besser funktionieren als direkt zur Uni.
Sprache *
Die Aussies haben einen sehr eigenen Akzent, der aber eigentlich nur bei älteren Leuten oder Leuten vom Land wirklich stark ausgeprägt ist und den man lieben oder hassen kann. Typsich sind Sachen wie "Allruaight, maite" oder "on the wuay", wobei ersteres auch das am häufigsten gebrauchte Wort der australischen Sprache enthält: Mate. Um den LonelyPlanet zu zitieren: "To get in along in Australia, you need the willingness to call absolutely everybody mate, whether you know or like him or not". Also: Supermarktverkäufer, Busfahrer, Dozenten, wildfremde Passanten oder Polizisten: Die Standardanrede "mate" ist immer richtig, und kann notfalls auch fünfmal in einem Satz verwendet werden. Wenn man sich erstmal dran gewöhnt hat (und das dauert eigentlich nicht lange), kann man den Akzent ganz gut verstehen, und wenn man gut ist, sogar imitieren. Allerdings laufen hier eh so viele Asiaten, Amis, Franzosen und sonstige Landsleute rum, dass man ständig einem Mischmasch der abgefahrensten Dialekte ausgesetzt ist. Und nicht verzweifeln, wenn der Taxifahrer schon beim Nennen der Adresse merkt, dass du aus Deutschland kommst: Du bist nicht der erste. Falls Bedarf an einem Preview besteht: Einen schönen, wenn auch nicht allzu starken Aussie-Akzent hat Missy Higgins, eine australische Sängerin, die aber auch in Europa bekannt sein dürfte (glaube ich, ich hab sie erst in Australien mitgekriegt).
Die BaFÖG Spezies
Na, Antrag schon eingereicht? Nicht? Dann aber los! Auf der Homepage (Studentenwerk Marburg) wird eine Bearbeitungszeit von sechs Monaten angedroht, Erfahrungen zufolge ist das noch sehr optimistisch. Ich habe meinen Antrag im August eingereicht und erst im April Geld gesehen. Viele andere haben das Geld erst kurz vor der Rückreise bekommen, so dass man auf jeden Fall darauf vorbereitet sein sollte, einen Großteil der Kosten vorzuschießen (d.h. auch Lebenskosten). Sehr lustig sind auch kryptische Aufforderungen seitens des BaFöG Amtes, irgendwelche dubiosen Formulare einzureichen, auf der alle möglichen Unterschriften und Stempel zu seien haben. Am besten zwei Tage vorm Abflug. Da man in der Regel im August (oder noch früher) weder die Zahlung der Studiengebühren noch die Flugkosten nachweisen kann, muss das halt später geschehen. Aber auch hier heißt es wahrscheinlich: Eher einreichen, eher Geld kriegen. Vergleiche mit anderen Studenten haben ergeben, dass die genauen Anforderungen an die Formulare von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter variieren, so dass die effektivste Variante der Telefonterror sein dürfte ("Können Sie mal bitte meine Unterlagen auf Vollständigkeit prüfen?"). Die Menschen dort haben sich als nett, aber völlig überarbeitet erwiesen, also Geduld (auch wenn die Leitung hundert mal besetzt ist: Irgendwann kommt man durch).
Visum und Pässe *
Ja, das Visum ist tatsächlich so teuer (ca. 250 Euro) und tatsächlich kriegt man nichts in die Hand außer einer Bestätigungsemail. Die sollte man sich wohl sicherheitshalber ausdrucken und mitnehmen, aber im Prinzip steht dein Name in den Computern der Einreisebehörden und das reicht. Für hier und alle anderen Aktionen ist übrigens immer der Reisepass zu verwenden, nicht der Perso. Letzterer wird auch hier vor Ort nirgends anerkannt (nicht mal in die Disko kommt man damit), man könnte ihn genausogut auch zuhause lassen. ISIC (internationaler Studentenausweis) hilft oft und bringt Ermäßigungen, weiterhin ist der lokale Studentenausweis von der UQ sehr hilfreich. Für Kneipe und Disko reicht das alles aber nicht: Nur Reisepässe werden anerkannt (und glaub nicht, du könntest den Türstehern einen deutschen Perso als Reisepass verkaufen! Meine Erfahrungen in dem Thema sind genauso bitter wie eindeutig). Kritisch wird es für viele Studenten am Ende des Aufenthaltes, da das Visum nur einen Monat über das Ende des Semesters hinaus gültig ist. Möchte man noch etwas das Land erkunden oder sonstwie etwas Zeit im Land verbringen, kann das knapp werden. Eine Verlängerung ist möglich, muss aber für mindestens drei Monate geschehen und kostet dann schlappe 200 Dollar. Die Einwanderungsbehörde ist sehr streng in dieser Hinsicht, zumindest vermittelt sie das in zahlreichen Plakat- und Fernsehwerbespots. Andererseits ist ein Freund von mir trotz neun Tage Überziehung seines Visums problemlos aus dem Land rausgekommen.
Kofferpackliste *
Haha, nicht wirklich. Was Du hier brauchst, ist zunächst mal alles, was du auch für einen normalen Urlaub brauchst. Unterschätz nicht den Winter, nimm lieber einen Pullover mehr mit. Bring ne kleine Reisetasche für Wochenendtrips mit, und Füllerpatronen, wenn Du einen Füller benutzt. Sonst gibts hier das meiste auch zu kaufen, und die Post soll ja auch was verdienen (s. nächsten Abschnitt).
Sachen schicken *
Die Post ist weder billig noch schnell, und auch nicht hunderprozentig zuverlässig, aber dummerweise fast Monopolist. Andere Speditionen lohnen sich in der Regel nur bei großen Mengen (ab ca. 15 bis 20 kg), wenn überhaupt. Vorsichtig sollte man beim Verschicken von Wertgegenständen sein, es sind nämlich durchaus schon Pakete verschwunden. Es wird zwar bei Verlust ein akzeptabler Pauschalpreis erstattet, aber für persönlich wertvolle Sachen hilft das auch nicht viel. Das nächste Postamt ist auf dem Campus, außerdem ist eins im Shopping Centre in Toowong. Falls Du übrigens zufällig mit Korean Airlines fliegst, kannst Du zehn Kilo kostenloses Extragepäck beantragen. Falls du wirklich große Mengen Übergepäck hast (passiert ja vor allem auf der Rückreise mal), gibts ein Angebot von jetta.com, die für die Strecke Australien-Deutschland ca. 6-8 Euro pro Kilo nehmen.
PART 3 - Vor Ort Wohnen *
Da gäbe es folgende Varianten: Colleges sind so was ähnliches wie Studentenwohnheime, mit dem Unterschied, dass sie fast unbezahlbar sind - das können schon mal tausend Dollar im Monat werden, und da hilft einem dann auch nicht mehr so viel, dass da drei Mahlzeiten pro Tag inklusive sind. Wenn man diese Variante machen will, heißt es, sich früh (!) anzumelden - die Anmeldefristen finden sich auf der Webseite des UQ-Accomodation Service.
Units sind Wohnungen/Appartments für Einzelpersonen oder kleine WGs. Meistens sind sie leicht zu kriegen, und die Organisation einer kleinen WG ist einigermaßen einfach, allerdings sind sie auch nicht immer ganz billig. Mit ein bischen Geduld und Glück findet man aber durchaus Schmuckstücke für akzeptable Preise. Häuser: Die Edelvariante. Man spart oft ein bischen Geld und hat ein ganzes Haus für sich, so dass man auch kaum Probleme mit Nachbarn kriegt. Allerdings muss man sich um alles kümmern (von Müllabfuhr bis Stromrechnung) und vor allem muss man erstmal genug Leute für sowas zusammenkriegen, denn die Häuser werden in der Regel nur komplett vermietet. Granny Flats sind in der Regel umgebaute Garagen oder Gartenlauben und daher nicht wirklich zu empfehlen (naja, wenn man auf sowas steht...). Die Uniseite hat eine gute Accomodation Sektion und auch der Accomodation Service an der Uni hat sich als fähig erwiesen. Auf dem freien Markt kann man auch mal gucken (Schilder an den Häusern, Webseiten von Real Estates), hier ist aber Vorsicht geboten. Wir haben so ein sehr schönes Haus für (verhältnismäßig) wenig Geld bekommen, aber die Vehandlungen mit der Real Estate sind oft etwas abenteuerlich (wenn man zum Beispiel was am Haus repariert haben möchte oder so). Insgesamt empfiehlt es sich, erst vor Ort nach einer dauerhaften Bleibe zu suchen, da die Auswahl groß ist und die Angebote sehr verschieden (von Bruchbude bis Palast ist alles dabei, und nicht immer ist das am Preis zu erkennen). Die ersten Tage kann man mehr als gut in einem Backpacker überleben.
Einrichtung und andere Anschaffungen *
Viele Wohnmöglichkeiten sind schon möbiliert, ansonsten gibt es auf der Uniseite hervorragende Newsgroups, in denen ALLES zum Verkauf angeboten wird, und zwar meistens zu Spottpreisen. Dort empfiehlt es sich auch zu stöbern, wenn man nach einem Auto, einem Fahrrad, einem Fernseher, einer Mikrowelle oder einer Gitarre sucht. Um dorthin zu kommen, musst du dich bei my.UQ anmelden (auf Startseite unten links verlinkt). Die Newsgroups sind dann im Seitenmenü verlinkt (Channels: myNewsgroups --> UQ Newsgroups). Ansonsten gibts halt ebay, das zwar kleiner als in Deutschland, aber immer noch ganz gut ist. Für gebrauchte Textbooks gibts einen Shop auf dem Unigelände (neben der Noodlebar, gegenüber der großen Library). Wenn man dort kein Glück hat und ein neues Exemplar braucht, gibt es einen Bookshop neben dem Café Wordsmith. Neue Bücher sind hier aber tatsächlich oft noch teuerer als in Deutschland. Außerdem gibt es diverse Gebrauchtwarenläden, zum Beispiel die CashConverters, die alles kaufen und verkaufen. Der nächste ist in Indooropilly, der Vorort jenseits von Toowong. Für Lebensmittel gibts hier Woolworths und Coles (Qualitäts- und Preisunterschiede zwischen diesen beiden lassen die Gerüchteküche brodeln), für alles andere KMART. KMART ist der absolute Billiganbieter für wirklich alles von Staubsaugertüten, Kugelschreibern, Mikrowellen über Fahrräder, Schuhe, Textilien und Grillkohle bis zu Computerspielen, Heizlüftern und Schokolade. Insbesondere ist bemerkenswert, dass alle diese Artikel ohne erkennbare Ordnung über den Laden verstreut sind. Die nächste Filiale ist im Shopping Centre in Toowong und sollte nur mit begrenzten Bargeldvorräten betreten werden!
Verkaufen
Rückt das Ende des Aufenthalts näher, stellt sich die Frage, wie man den ganzen Krempel in seinem Zimmer eigentlich wieder los wird. Hier bieten sich eigentlich die gleichen Möglichkeiten wie im vorherigen Abschnitt beschrieben. Einigermaßen vernünftige Preise kriegt man bei Privatverkäufen (über Uni Newsgroups oder Aushänge) oder ebay, bei CashConverters wurde ich dagegen mit miesen Preisangeboten abgespeist (Zelt fünf Dollar, Schlafsack zwei Dollar, Scanner drei Dollar usw.). Im Endeffekt hab ich den Großteil meiner Sachen verschenken müssen (einige Sachen hab ich sogar der Heilsarmee gespendet!), also sollte man sich wohl frühzeitig um so was kümmern.
Transport
Um hier von einem Ort zum anderen zu kommen, stellen sich folgende Möglichkeiten zur Wahl:
Citytrain: Schnell, pünktlich, regelmäßig, bequem. Meine Lieblingsalternative, allerdings ist die Flächenabdeckung nur mittelmäßig (von mir zum nächsten Bahnhof in Toowong sinds zu Fuss ca. 20 Minuten, mit dem Fahrrad fünf).
Ferry: Die CityCat Fähre fährt von St Lucia im Süden bis zur City und noch etwas nach Norden. Sie kommt alle zwanzig Minuten und ist verdammt schnell (zur City ca. 15 Minuten). Die Flächenabdeckung ist natürlich auch sehr begrenzt (so einer Fähre sind halt natürliche Grenzen gesetzt). Darüber hinaus gibt es noch andere Fähren, die aber größtenteils nur für direkte Flussübersetzungen an brückenlosen Punkten zuständig sind.
Bus: Das Bussystem von Brisbane ist das seltsamste, was ich je gesehen habe. Experten schaffen es zwar, innerhalb kürzester Zeit enorme Strecken per Bus zu überwinden, alle anderen landen aber meistens völlig woanders als geplant. Um die Verwirrung Ortsunkundiger zu maximieren, werden keine Busfahrpläne hergestellt, fahren die Busse keine definierte Route, werden die Bushaltestellen im Bus weder angezeigt noch -gesagt und haben die Busstops keine Namen. Darüber hinaus gibt es Express und Rocketbusse, die nur ab und zu halten, außerdem halten die Busse nicht, wenn sie voll sind (max. Kapazität wird peinlichst genau eingehalten). Der einzige Vorteil ist, dass man wirklich überall hinkommen kann (könnte). Und man muss zugeben, dass die Busfahrer oft freundlich und hilfsbereit sind und wenn man fragt, werfen die einen an der gewünschten Endhaltestelle raus, ohne das man drücken muss. Diese drei Alternativen laufen unter einem gemeinsamen Tarifsystem, das nicht trivial, aber relativ günstig ist. Wenn man Ausflüge ins Land und an der Küste lang plant - und das sollte man - ist ein Auto unglaublich hilfreich. Selbst für ein halbes Jahr lohnt sich die Anschaffung, für ein ganzes Jahr sicherlich. Gebrauchtwagen sind hier fantastisch günstig, Sprit, Steuern und Versicherung ebenfalls. Sehr teuer sind dagegen Mietwagen (europcar, rolo, hertz, thrifty), insbesondere für unter 25jährige. Einen internationalen Führerschein brauchte ich bisher noch nicht (deutscher war ok), aber angesichts der Billigheit des ersteren lohnt sich wahrscheinlich doch die sicherheitshalbe Mitnahme. Ich habs leider nur zu einem Fahrrad gebracht, aber für Stadtfahrten reicht es völlig aus. Insbesonders die Kombination Fahrrad/Zug (man kann sein Fahrrad kostenlos mitnehmen) erweist sich als sehr effektiv. Plant man weitere Ausflüge, ist die bequemste und meist günstigste Variante das Flugzeug (virginblue.com.au, jetstar.com.au und quantas.com.au). Das Eisenbahnnetz beschränkt sich auf die Hauptstrecken, so dass da die Konkurenz durchs Flugzeug enorm ist. Für Ausflüge zu abgelegenen Orten ist neben dem Auto der berühmt-berüchtigte Greyhound Bus oft die einzige Alternative (aber verhältnismäßig sauteuer).
Finanzen
Oft hört man Geschichten über die erstaunlich niedrigen Lebenshaltungskosten hier. Das ist grundsätzlich nicht ganz falsch, aber trotzdem sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Brisbane ist eine Großstadt und damit teurer als eine deutsche Kleinstadt. Insbesondere die Mieten sind in den angesagten Stadtteilen horrend (ich zahle AUD$ 470 kalt pro Monat, und viele andere hier in St.Lucia zahlen deutlich mehr (600 bis 700 Dollar sind durchaus üblich). Lebensmittel sind recht günstig, insbesondere das Speisen in Restaurants ist spotbillig (normales Dinner für ca. AUD$ 10). Auf dem campus gibt es auch eine große und einige kleine Mensen, die aber weder durch Qualität noch Günstigkeit überzeugen. Was man aber bei allen Kalkulationen nicht vergessen sollte, ist der höhere Bedarf, den man hier hat. Da man aus seiner Zeit hier das Beste machen möchte, gibt man eine Menge Geld für diverse Kurztrips oder andere Aktionen aus. Ich verbrauche hier im Moment ca. 200 Euro mehr als in Deutschland (insbesondere wegen der höheren Miete, aber nicht nur). Auch ein Semesterticket gibt es nicht, aber immerhin 50% Ermäßigung für Studenten, so dass man mit einem Dollar zur Uni und mit AUD$ 1.20 in die Stadt kommt, was zugegebenermaßen sehr günstig ist. Um das Geld nach Australien zu krigen, empfehle ich folgende Variante: Mach bei der Deutschen Bank ein Girokonto auf (für Studenten kostenlos), dann kannst du mit der Deutschen Bank EC Karte hier an den Westpac Geldautomaten Geld ziehen, und zwar alles komplett ohne Gebühren! Dazu braucht man auch kein Konto bei der Westpac. Westpac ist ziemlich groß, und an allen strategisch wichtigen Punkten finden sich deren ATMs, so z.B. Campus, Supermarkt in St Lucia, Shopping Centre in Toowong. Soweit ich weiss, gibts keine andere Möglichkeit, Geld kostenlos hierhin zu transferieren. Die billigsten Überweisungen sind von der Postbank zur Westpac (dann braucht man natürlich ein Konto bei der Westpac). Alle größeren Geldinstitute bieten hier kostenlose Girokonten für Studenten an (Commonwealth Bank, ANZ, Westpac, National Bank,...), wobei die ersten beiden Fillialen auf dem Campus haben und sich damit anbieten. Man braucht eigentlich nicht unbedingt ein Girokonto hier, aber manchmal ist es ganz bequem (EC an der Supermarktkasse, Miete überweisen, Ebay Käufe).
Ausflugziele
Die nächsten schönen Strände sind an der Goldcoast (südlich, teilweise sehr touristisch und voll, z.B. Surfer's Paradise) und der Sunshine Coast (nördlich, etwas ruhiger, z.B. Noosa). Mit dem public transport braucht man ca. zwei Stunden zur Gold- und drei Stunden zur Sunshine coast, mit dem Auto etwa jeweils die Hälfte. Für weitere Ausflugsziele empfehle ich die entsprechenden Reiseführer (insbesondere den LonelyPlanet), die wohl eine weit vollständigere Liste und bessere Informationen haben als ich. Ein paar Stichworte zum Nachgucken: Byron Bay (Surfer- und Chilloutparadies), Lamington National Park, Glasshouse Mountains, Fraser Island (Sandinsel mit wunderschönen Süsswasserseen, mein persönliches Highlight), Stradbroke Island. Wenn man Zeit (vor oder nach dem Semseter oder in der einwöchigen Midsemesterbreak) und Geld (achja) hat, kann man natürlich auch weiter in die Ferne schweifen: Sydney, Melbourne, Uluru (Ayers Rock), Darwin, Cairns, Great Barrier Reef oder vielleicht sogar Neuseeland oder die Fidjiinseln ? Ein bischen Vorsicht ist bei den von der Uni offiziell beworbenen Studi-Reisen, mit deren Flyern man gerade am Anfang des Semesters zubombadiert wird. Sie sind zwar nicht schlecht und auch nicht gerade überteuert, aber auch alles andere als günstig, es lohnt sich also ein neutraler Vergleich. Reisebüros gibts übrigens allein auf dem Campus schon mehrere.
Das Studieren an sich *
Lectures
Die Vorlesungen sind eigentlich genauso wie bei uns. Anwesenheit ist in der Regel nicht Pflicht, aber hilfreich. Die Dozenten sind oft etwas lockerer als deutsche Profs und werden in der Regel geduzt (Vorname genügt)
Assignments und Exams
Während des Semesters wird immer mal wieder Leistung eingefordert, deren Ergebnisse auch in die Benotung eingehen. Meistens geschieht das in der Form von Hausarbeiten (Assignments), Referaten und Klausuren mitten im Semester. Am Ende des Semesters werden die großen Exams geschrieben, die ca. 50% der Endnote ausmachen.
Anspruch
Einen Kurs zu bestehen ist meiner Meinung nach etwas einfacher als in Deutschland, aber für eine gute Note muss man genausoviel machen.
Anerkennung der Leistungen
Zu jedem Kurs gibt es im Internet ein Course Profile, in dem detailiert erläutert wird, was für Stoff durchgenommen wird. Damit sollte man vor der Abreise zu dem zuständigen Prof (Vorsitzender des Prüfungsausschuss) in Deutschland gehen und dessen Meinung einholen. Die Course Profiles sind nicht immer einfach zu finden, am besten klickst du dich auf der Homepage über "faculties & divisions" zu deiner Fakultät durch und gehst auf deren Homepage. Die UQ stellt nach Abschluss des Semesters ein Zeugnis her und schickt das ans Ranke-Heinemann Institut. Für ein zusätzliches Exemplar zahlt man aktuell stolze zwanzig Dollar.
Just-for-fun Kurse Es scheint sich so eingebürgert zu haben, dass viele study abroad Studenten mindestens einen Funkurs wählen, also etwas, was nicht in ihrem eigentlichen Studienbereich gehört. Besonders empfehlenswert soll marine science sein, wo man einiges über die Flora und Fauna Australiens erfährt und Exkursionen zu traumhaften Inseln unternimmt, um an den Korallen tauchen zu gehen. Rudimentäres biologisches Vorwissen (Mittelstufe) scheint ausreichend zu sein.
Tips fürs Unileben - where to go
Die Leute vom Student Centre sind für alles zuständig, haben nie viel Zeit und sind damit sowas ähnliches wie die Studierendensekretariate in Deutschland. Ihr Domizil ist direkt an der Hauptbushaltestelle der UQ (neben der Chansellory), kaum zu übersehen, und die Öffnungszeiten sind recht generös. Langes Warten, gerade am Anfang des Semesters ist trotzdem üblich. Wenn man spezielle internationale Probleme hat, lohnt es sich, in den ersten Stock zu gehen (Eingang auf der Rückseite oder durch die Chancellory). Dort sitzen die Beauftragten für international students der Uni, bei denen es etwas lockerer zugeht. Dort werden auch klaglos sämtliche BaFöG Formulare abgestempelt. Die UQ Union bietet einige Services, die nicht immer leicht zu überblicken, allerdings alle nebeneinander lokalisiert sind, nämlich rund um die Mensa (main refectory). Im Zweifelsfalle wird man auch gerne zur entsprechenden Stelle weiterverwiesen. Dort gibts Informationen zu Accomodation, Rechtsberatung und die Leute vom Sudent Support Sevice, ihres Zeichens Helfer in allen Lebenslagen. In einem dieser Gebäude werden auch die obligatorischen "Getting Started" Sessions abgehalten. Öffentlichen Computerzugang gibts in der Hauptbücherei (der hohe Turm an der einen Ecke vom Great Court) und in allen Zweigbüchereien. Dort kann man auch drucken, wobei (zum Zeitpunkt dieses Schriebs) die Farbausdrucke in der Bio-Bücherei nur halb so viel kosten wie in der Main Library (sechzig Cent zu einszwanzig !). Der Andrang ist aber groß und die Computer relativ schrottig, außerdem ist außer einem Browser bestenfalls noch Office installiert, sonst nichts, weiterhin ist dort eMail schreiben wochentags erst nach fünf Uhr erlaubt. Wesentlich größere Chancen auf einen vernünftigen Computerarbeitsplatz hat man in seiner eigenen Fakultät, wenn man an den richtigen Stellen fragt und den Schlüssel oder die Chipkarte für den Computerraum kriegt. (In Physik funktioniert das so: Schlüssel für das Second Year Lab im Sekretäriat im ersten Stock im Bldg 6 abholen. Das Second Year Lab ist im Bldg. 7 im Obergeschoss, dort stehen einige Computer, die ständig eMailzugang ermöglichen und einige für Physik relevante Programme installiert haben. Ob die private Nutzung hundertprozentig legal ist, weiss ich nicht, aber solange man dort keine Unterrichtsveranstaltungen stört, dürfte es keine Probleme geben.)
Clubs und VSU
Die UQ-Union ist unabhängig von der Uni selbst und so eine Art Mischung aus Gewerkschaft für die Angestellten und ASTA für die Studenten. Ein Großteil der Services an der Uni werden von der Union getragen, wofür jeder Student einen Semesterbeitrag von ca. zweihundertfünfzig Dollar zahlt. Für die ganze Zeit meines Aufenthalts tobte eine politische Debatte über die Einführung der Voluntary Student Union (VSU), bei der die Mitgliedschaft nicht mehr zwingend ist. VSU würde zweifellos einen bedeutenen finanziellen Einschnitt für die Union und höchstwahrscheinlich eine Verschlechterung der Services bedeuten, dennoch ist meiner Meinung nach die Einführung zu erwarten. Im Moment ist noch nicht abzusehen, welchen Einfluss das auf die Clubs der Uni hat, die von der Union stark subventioniert werden. Im Moment gibt es hier eine unglaubliche Anzahl von Clubs, wobei die meisten entweder dem Hochschulsport (UQ Sport) zuzuordnen sind oder die Vereinigung der Studenten eines bestimmten Landes darstellen. Es gibt auch einen german club, dem ich aber nicht beigetreten bin - soweit ich weiss, beschränkten sich deren Aktionen auf einen Videoabend. Es gibt auch diverse international clubs, wo sich Studenten aller Länder vereinen. Da die Mitgliedschaft meistens nur einige Dollar kostet und ein freies Würstchen enthält, ist sie grundsätzlich zu empfehlen, auch wenn sich die Aktionen dieser Clubs meistens auch auf einen Videoabend oder ein BBQ beschränken (aber immerhin). Die Clubs des UQ Sport hingegen bieten meistens hervorragende Leistung gegen gute Bezahlung. Ich persönlich kann den Segelclub sehr empfehlen (sehr nette Leute, fantastische Segelreviere, tolle Katamarane), aber natürlich gibts auch viele andere nette Sportarten. Alles in allem bieten die Clubs DIE Möglichkeit überhaupt, mit anderen Studenten in Kontakt zu kommen, und die Mitgliedschaft bei so vielen wie möglich kann man nur empfehlen. In diesem Semester gab es in der ersten Vorlesungswoche einen Market Day, an dem sich alle Clubs vorgestellt haben, höchstwahrscheinlich wird es sowas wieder geben.
So, ich hoffe ich konnte Dir ein paar Fragen beantworten und Deine Vorfreude auf Australien maximieren. Es wird eine geile Zeit, glaub mal!