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  Nachrichten aus australischer und neuseeländischer Wissenschaft und Forschung
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Zunächst kann ich jedem nur empfehlen, nach Sydney zu kommen. Die Stadt ist wunderschön, das Wetter ist besser und das Leben irgendwie viel relaxter. Obwohl ich noch ca. ein halbes Jahr vor mit habe, weiß ich jetzt schon genau, dass mir der Abschied schwer fallen wird. Es hat noch keine Minute hier gegeben, in der ich meine Entscheidung bereut hätte und der beste Teil, das Reisen, liegt noch vor mir.

Vor dem Abflug:

Die Zeit, bevor es losgeht, ist natürlich recht stressig, vor allem wenn kurz vorher noch wichtige Klausuren anstehen. Deshalb ist es sinnvoll, bestimmte Dinge schon im voraus zu erledigen. Das betrifft vor allem solche Sachen, die mit dem Visum zusammenhängen. Die ärztliche Untersuchung lässt sich wohl nicht umgehen und kann in Freiburg bei Dr. Rosset in der Schwarzwaldstrasse gemacht werden. Was sonst noch zum Erhalt eines Visums nötig ist, erfährt man auf der Homepage der australischen Botschaft in Berlin, das benötigte Formular kann unter www.immi.gov.au runtergeladen werden. Die Confirmation of Enrolment trifft unter Umständen relativ spät ein (in meinem Fall ca. eine Woche vor dem Abflug), daher sollte man bereits im Vorfeld alle Dokumente an die Botschaft geschickt haben und mit dem Sachbearbeiter absprechen, dass man die Confirmation of Enrolment bei Erhalt zufaxt.
Um die Confirmation of Enrolment zu erhalten, muss man einen Scheck an die University of Sydney senden, der bei einer australischen Bank eingelöst werden kann. Da kann einem die Auslandsabteilung der eigenen Bank weiterhelfen, aber auch die brauchen ein paar Tage, also auch darum sollte man sich nicht erst in letzter Minute kümmern.

Gegen diese Gebühr ist man über die Medibank Private krankenversichert. Auf jeden Fall macht es Sinn, sich auf der Homepage genau die Leistungen anzuschauen und bei Bedarf eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abzuschliessen.

Bezüglich des Sprachtests hat man die Wahl zwischen dem TOEFL-Test und dem IELTS-Test. Da ich im ersten Anlauf im TOEFL zu wenig Punkte im Essay hatte, habe ich danach den IELTS gemacht. Dieser Test erscheint mir im nachhinein etwas leichter zu sein. Ein Vorteil ist aber auf jeden das man das Ergebnis bereits nach einer Woche bekommt, während man beim TOEFL wesentlich länger warten muss.
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Nach der Ankunft:

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, das Angebot der Uni wahrzunehmen, die ersten beiden Naechte im International House zu verbringen. Da man ja seine Ankunftdetails dem ISSU (International Student Service Unit) mitgeteilt hat, wird man quasi am Flughafen „erwartetÅg. Man muss sich nur zum Arrival Desk der Uni begeben, der eigentlich kaum zu verfehlen ist. Dort erhält man ein Welcome Package mit allerlei Informationen, außerdem wird der Transfer per Shuttle Bus zum International House organisiert.
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Die Einschreibung:

Nach all dem vorhergehende Stress ist die Einschreibung entspannend unkompliziert, vor allem wenn man an den im Vorfeld gewählten Kursen festhält. Allerdings gibt es da offenbar Unterschiede zwischen den Exchange Students und den Study Abroad Students. Als Teilnehmer am Austauschprogramm musste ich mich nur an die Exchange section im International Office wenden, daraufhin wurde alles weiter in die Wege geleitet. Überhaupt sind die Leute in International Office extrem hilfsbereit und können einem bei den meisten Problemen weiterhelfen.
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Wohnungssuche, Bank, etc.:

Die Wohnungssuche kann unter Umständen recht anstrengend und frustrierend sein. Vor allem wenn man relativ spät in Sydney eintrifft und das Semester schon fast angefangen hat ist es schwer, etwas uninahes zu finden. Da ich unbedingt in Newtown oder Glebe wohnen wollte hat meine Suche zwei bis drei Wochen gedauert. In der Zeit habe ich dann in einem billigen Hotel in der city gewohnt. Wenn man etwas flexibler bezüglich des Stadtteils ist, braucht man aber wahrscheinlich nicht so lange zu suchen.

Es gibt drei Wege, ein Zimmer zu finden. Zunächst ist da der Accommodation service an der Uni. Im Sydney Morning Herald und unter www.domain.com.au sind, vor allem Mittwochs und Samstags, viele Kleinanzeigen für Wohnungen und Zimmer. Außerdem sollte man in dem Stadtteil, in dem man wohnen möchte, in Cafes usw. nach Anzeigen Ausschau halten. Die meisten Leute in Sydney leben in terrace houses, die man sich mit drei oder vier anderen Mitbewohnern teilt. Die Mieten sind meiner Meinung nach schon um einiges höher als zum Beispiel in Freiburg, vor allem in der Nähe der Uni.

Man sollte sich auf jeden Fall sobald wie möglich nach der Ankunft ein Konto einrichten, so dass man überall bequem Geld abheben oder bargeldlos bezahlen kann. Banken befinden sich auf dem Campus, ich habe ein Konto bei der National Bank und kann mich bisher nicht beschweren.

Wer ein Handy hat, sollte das ebenfalls mitbringen und hier eine pre-paid Karte (von Telstra oder Vodafone) kaufen. Vor allem während der Wohnungssuche ist ein Handy wirklich praktisch.
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Die Uni:

Der Campus der University of Sydney ist riesig und, mit dem Bus, ca. 10 Minuten von der Innenstadt entfernt. Die Uni selbst ist ein recht wilder Mix aus einigen schönen, aber auch einigen eher hässlichen Gebäuden. Die meisten Fakultäten befinde sich auf dem Campus, einige, zum Beispiel die Law Faculty, sind allerdings „ausgelagert“.

Am Anfang des Semesters stellen sich die Clubs und Societies der Uni vor. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, einigen beizutreten, später im Semester ist es schwieriger, den Kontakt herzustellen. An der Uni gibt es extrem viele dieser Clubs, von Bushwalking bis Science Clubs. Die Anfangsgebühr ist relativ gering, danach wird man dann in der Regel per email über Aktivitäten auf dem Laufenden gehalten.

An der Uni gibt es einige Computerpools, die man gegen kleines Entgelt nutzen kann. Das Passwort um sich einzuloggen sollte sich auf der Confirmation of Enrolment befinden. Trotzdem ist es praktisch einen Laptop mitzubringen, so dass man nicht zu abhängig von den Öffnungszeiten der Computerpools ist, vor allem wenn man ein essay oder so schreiben muss.

Die Freude über eine 12-Stunden Woche verfliegt recht schnell wenn man sich im Copy Shop der Uni die Pflichtlektüren besorgt hat. Man muss über das ganze Semester hinweg ziemlich viel lesen, außerdem liegen pro Fach ca. 2 assignments an, meistens in der Form von essays (1500-2000 Wörter in first und second year classes). Normalerweise hat man 2 Vorlesungsstunden und ein Tutorat, bei dem Anwesenheitspflicht besteht.

Am Ende des Semesters hat man dann ca. zwei Wochen Zeit, um sich auf die jeweiligen final exams vorzubereiten.
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Die Kurse:

Im ersten Semester habe ich Corporate Finance 1, Modern Asian History and Culture 1, Economic History: The 19th century und World Politics belegt.

Corporate Finance ist ein second year Kurs, der relativ überlaufen ist. Generell hat der Kurs einen guten Überblick über die gängigen Finanzierungstechniken geliefert. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass, im Vergleich zu Deutschland, mehr Wert auf eigentliches Detailwissen und weniger auf konzeptuelle Hintergründe gelegt wird.

Modern Asian History and Culture war ein interessanter Kurs, vor allem wenn man , wie ich, vorher nicht besonders viel über Asien wusste.

Economic History war ein wenig langatmig und ich würde in diesem Fall wohl im nachhinein eine andere Wahl treffen. Ökonomische Gesichtspunkte wurden eigentlich eher vernachlässigt.

World Politics war mit Abstand der beste Kurs, was vermutlich vor allem an dem wirklich guten Prof und an dem Tutor lag. Inhaltlich hat der Kurs einen Überblick über die Geschichte des 20. Jahrhundert gegeben sowie über die Grundkonzepte im Bereich internationaler Beziehungen.
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Soziales:

Die Australier sind in der Regel sehr freundlich und hilfsbereit. Schon allein durch die Kurse an der Uni und die Clubs findet man relativ schnell Anschluss. Allerdings neigt man dazu, relativ viel Zeit mit anderen internationalen Studenten zu verbringen. Außerdem laufen an der Uni und in Sydney allgemein ziemlich viele Deutsche rum, so dass man fast aufpassen muss, nicht nur in deutscher Gesellschaft zu sein. In der Freizeit macht man eigentlich genau dasselbe wie in Deutschland, außer dass das Wetter besser ist und man deshalb öfter grillt. Sydney bietet extrem viele Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben, wenn man etwas länger frei hat bietet es sich natürlich an, rumzureisen. Das Nachtleben kann nicht ganz mit zum Beispiel London mithalten, aber wenn man aus Freibug kommt, wird man sich so schnell nicht langweilen. Reizvoll ist vor allem die ethnische Vielfalt der Stadt (besonders was das Essen angeht). Außerdem gibt es viele Gelegenheiten, Sport zu treiben, von den Sportanlagen auf dem Campus bis zum Surfen am Bondi Beach.
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Abschließend kann ich nur sagen, dass Sydney die schönste Grosstadt ist, in der ich je war. Ich habe noch keinen Austauschstudenten getroffen, dem es hier nicht gefällt. Jegliche Schwierigkeiten ließen sich recht einfach aus dem Weg räumen, so dass ich jedem empfehlen kann, in Sydney zu studieren und zu leben.

Für jegliche Fragen bin ich unter jpsasse@gmx.de zu erreichen.

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