Erfahrungsbericht: Diplomarbeit an der QUT in Brisbane, Australien
Der Übersichtlichkeit wegen möchte ich hier keinen langen Bericht schreiben, sondern die wesentlichen Punkte stichpunktartig zusammenfassen. Zu weiteren Fragen stehe ich gerne unter der Adresse iske@hni.upb.de zur Verfügung.
Ich habe an der QUT (Queensland University of Technology) in Brisbane meine Diplomarbeit von Juni 1999 bis Dezember 1999 im Fachgebiet Elektrotechnik geschrieben:
Kontakt
Prof. Dr.-Ing U. Rückert Fachgebiet Schaltungstechnik rueckert@hni.upb.de bzw. Dr. Joaquin Sitte QUT.
Visum
Zum Schreiben der Diplomarbeit war ich an der QUT in Brisbane nicht eingeschrieben. Für das Visum bedeutet dies, daß man nicht notwendigerweise ein Studentenvisum benötigt. Ein verlängertes Touristenvisum (1 Jahr Gültigkeit) reicht aus. Der Aufwand ist geringer, es ist kostengünstiger, hat aber den Nachteil, daß es pro Aufenthalt nur 6 Monate gültig ist. Das heißt, daß man nach spätestens 6 Monaten einmal aus Australien ausreisen muß. Dabei würde sich beispielsweise ein kurzer Aufenthalt in Neuseeland anbieten. Weitere Infos unter: www.australian-embassy.de/visa/visa.htm
Anreise
Ich bin über die USA nach Australien geflogen. Nachteil: es kostet mehr, der Flug ist länger. Vorteil: man darf 2 mal 32kg + Handgepäck mitnehmen, das BAFöG bezahlt den Flug, man kann einen Zwischenstopp in der Südsee einlegen.
Unterkunft
Für eine Unterkunft muß man A$80 bis A$100 pro Woche einrechnen. Je nachdem welche Ansprüche man stellt, kann es auch mehr sein. Ich habe meine Unterkunft privat organisiert, aber auch der ISS (International Student Services) an der QUT ist einem dabei behilflich. Für den Übergangszeitraum, kann man auch in einer der Zahlreichen Jugendherbergen Übernachten.
Transportmittel
Um zur Uni zu gelangen kann ich ein Auto keinesfalls empfehlen, da sie direkt in der Innenstadt liegt und dementsprechend das Parken sehr teuer ist. Wenn man eine Wohnung in geeigneter Lage findet bietet sich das Fahrrad als Transportmittel an. Es gibt einen sehr schönen Radweg am Fluß entlang, der auch direkt bis zur Uni führt. Ansonsten ist Brisbane eher schlecht mit Radwegen ausgestattet, auf dem Bürgersteig fahren ist verboten und die Autofahrer nehmen sehr wenig Rücksicht auf Radfahrer. Dann gibt es noch Bus bzw. S-Bahn, die ich weniger (gar nicht) genutzt habe. Zu empfehlen ist auf jeden Fall eine Fahrt mit der City Cat, einer Fähre, die einen schnell und angenehm den Fluß entlang fährt.
Geld
Um nicht nachträglich in Geldnot zu geraten würde ich schon empfehlen, mit A$1000 bis A$1300 zu rechnen. Hört sich im ersten Moment vielleicht sehr viel an, aber der Lebensstil (häufige Kneipenbesuche) und das Freizeitangebot rechtfertigen eine solche Schätzung.
Diplomarbeit
Zum Thema muß man sich mit denen unter Kontakt genannten Personen auseinander setzen. Zur Betreuung muß ich sagen, daß sie etwas intensiver hätte sein können, aber ich hatte so sehr viele Freiheiten. Geschrieben habe ich meine Arbeit auf Englisch, was nach einem 7 monatigem Aufenthalt kein Problem war. Die Frage die Arbeit auf deutsch zu schreiben, habe ich gar nicht gestellt, da ich daran kein Interesse hatte.
Brisbane
hat ca. 1.3 Millionen Einwohner, ist aber trotzdem keine hektische Großstadt, wie in Australien fast nichts hektisch ist. Im Zentrum spielt sich das ganze Leben ab und danach ist es eher eine sehr weit ausgedehnte Provinzstadt. Dies ist aus meiner Sicht aber nicht nachteilig zu sehen. Das Kneipen und Diskoangebot empfand ich als sehr gut, das kulturelle Angebot ist für eine Großstadt jedoch sehr spärlich.
Freizeit
Generell gibt es in fast jedem Reisebüro die Möglichkeit Kurztripps zu buchen. Auch manche Jugendherbergen bieten Adventuretours an. Empfehlen kann ich aber wiederum den ISS, der im Semester eine Reihe von Reisen organisiert und man so schnell andere Austauschstudenten kennenlernt. Außerdem ist das Preis-Leistungsverhältnis ein sehr überzeugendes Argument auf jeden Fall an solchen Veranstaltungen des ISS teilzunehmen.
BAFÖG
Das BAFÖG übernimmt die Studiengebühren, die beim Schreiben der Diplomarbeit jedoch nicht anfallen. Außerdem werden die Krankenversicherung und wie schon erwähnt die Reisekosten übernommen. Zusätzlich gibt es jeden Monat noch ca. 15DM zusätzlich zum regulären BAFÖG. Zuständig ist das Amt in Bremen, aber einfach mal beim Paderborner BAFÖG-Amt erkundigen.