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Erfahrungsberichte 4AClub
1.) Vorbereitung
Vor dem Studium in Sydney und Australien allgemein stehen natürlich erst einmal Hürden, weshalb man mit der Planung des Auslandssemsters schon gut ein Jahr vor Beginn anfangen sollte. Da die meisten deutschen Universitäten keine Partnerschaft zu australischen Universitäten haben, muss die Bewerbung meist durch ein Institut geschehen, welches euch bei der Bürokratie, die zu bewältigen ist, gerne hilft. Ich habe mich dabei an das kostenlose Institut Ranke Heinemann gewandt, mit deren Betreuung ich zufrieden bin.

Zur Bewerbung gehört dann meist ein Bewerbungsblatt, welches ihr für die jeweilige Hochschule auf der Homepage von Ranke Heinemann findet. Dazu wird noch ein Letter of Motivation benötigt und natürlich die Kopie des Abiturzeugnisses. Viele australische Unis wollen auch einen TOEFL oder anderen Sprachtest des Englischen sehen, manche, wie etwa die Macquarie University begnügt sich auch mit dem DAAD-Sprachtest wenn ihr im Abiturzeugnis mind. 11 Punkte hattet. Außerdem wird an vielen Hochschulen der Nachweis über die Zwischenprüfung verlangt.

Sind diese Dokumente alle zur Hand, kommt als nächstes die Frage der Finanzierung. Australische Universitäten erheben für internationale Studenten wesentlich höhere Studiengebühren, die bis zu 10.000$ betragen können, je nach Universität. Auch die Mieten in den größeren Städten wie Sydney oder Melbourne sind nicht gerade niedrig. Wenn ihr daher vorhabt, euch für ein Stipendium zu bewerben (z.B. DAAD), informiert euch! Man muss hier sehr strenge Bewerbungsfristen einhalten, daher gilt: frühzeitig herausfinden und bewerben!

Letzter wichtiger Punkt der Vorbereitung ist die Beantragung eines Studentenvisums für Australien, denn nur unter Vorlage dieses bekommt ihr eure endgültige Zusage für die australischen Hochschule, den sogenannten CoE (Confirmation of Enrolment), den ihr am besten immer bei euch habt wenn ihr dann in Australien seid.


2.) Wohnungssituation
Auch zur Vorbereitung gehört die Suche bzw. das sich Gedanken machen über eine Wohnung in der gewünschten australischen Stadt. Möchte man sich eine Wohnung bereits von Deutschland aus organisieren, gehört dazu aber eine gute Kenntnis der Stadt, denn die meisten Unis liegen nicht immer im Zentrum. Die Macquarie University war zum Beispiel ca. 40 Minuten mit dem Bus vom Stadtzentrum Sydneys entfernt. Daher würde ich dazu raten, sich direkt vor Ort etwas zu suchen oder das „Housing Office“ der Universität frühzeitig zu kontaktieren, wenn man sich sicher ist, dass man auf dem Campus leben kann. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es nämlich in Australien meist sehr viel mehr Wohnplätze für Studenten, die im Falle meiner Universität auch nicht mit einem deutschen Studentenwohnheim in Sachen Komfort, Ausstattung und Lage zu vergleichen sind. Mit etwas Glück bekommt man daher, wenn auch nicht ganz billig, ein gutes Appartement in Laufnähe zur Uni. Als gute Stadtteile empfehlen sich in der Nähe der Uni North Ryde und Marsfield. Etwa in der Mitte zwischen der City und der Uni liegt Lande Cove. Dank der neuen Bahnlinie sind Wohnungen in Epping, Macquarie Park und ganz besonders Chatswood sehr viel attraktiver geworden. Für Mieten in Sydney sind meist so um die 200$ pro Woche einzurechnen, wenn man ein Zimmer für sich haben möchte. Teilt man dieses, lässt sich der Preis auf bis zu 120$ senken.

Ich hatte Glück und habe ca. eine Woche nach meiner Ankunft ein kleines Zimmer bei einer Familie gefunden, die direkt neben der Uni wohnte. Solche Zimmer nennen sich auch „Homestay“, da meist das Essen bei der Familie und die Benutzung des gesamten Haushaltes mit eingeschlossen ist, was aber die Miete natürlich noch einmal etwas teurer macht. Für die ersten Tage empfehle ich sich in einer Jugendherberge ein Zimmer zu teilen, ich kann www.yha.com.au sehr empfehlen, da deren Hostels einen sehr guten Standard haben und man mit Garantie eine warme Dusche bekommt, was bei anderen Ketten nicht immer der Fall ist…


3.) Ankunft
So, nähern wir uns also endlich dem aufregenden Land Australien und dem Abenteuer. Bevor man nach Sydney kommt steht natürlich ein von Deutschland recht langer Flug an, der einen meist dazu noch in Jetlag Schwierigkeiten bringt. Dies kann man aber umgehen indem man den kostenlosen Service vieler Fluggesellschaften nutzt, seinen Aufenthalt am Zwischenstopps-Ort etwas zu verlängern. Bei mir war das konkret so dass ich mit Emirates über Bangkok geflogen bin und dort drei Nächte geblieben bin. Auf diese Weise habe ich eine interessante Stadt und Kultur kennen gelernt und gleichzeitig noch den schlimmsten Jetlag abgewehrt. Als es dann nach Sydney ging hatte ich fast keine Probleme mit der Zeitumstellung.

Geht man auf die Macquarie University in Sydney, bietet sich noch ein ganz anderer Service, den ankommende internationale Studenten werden vom internationalen Flughafen kostenlos abgeholt und an eine Adresse ihrer Wahl im Raum Sydney gebracht. Daher unbedingt vorher per Internet für diesen Service anmelden, denn so muss man sich erst einmal keine Sorgen machen, wie man zu seiner Unterkunft kommt und kann unter Umständen schon neue Freunde kennen lernen, die einen auch während des Semesters begleiten.

Man sollte frühzeitig vor Beginn des Semesters in Sydney ankommen, da es in der Woche zuvor immer einen offiziellen „Orientation-Day“ für alle „Exchange“ und „Study Abroad“-Studenten gibt, an welchem man obligatorisch teilnehmen muss. An diesem Tag wird man mit Geschenken wie Unitaschen oder Blöcken begrüßt, die einem den Rest des Tages wohl versüßen sollen, den dieser besteht aus der Vorstellung der Uni und allen administrativen Angelegenheiten wie Einschreibung und Kurswahl… Vor der Bewerbung um einen Studienplatz muss man in Deutschland zwar meist schon die Kurse auswählen, die man wahrscheinlich in Australien belegen wird und bekommt für diese auch eine Zusage, jedoch kann sich an diesen noch einiges ändern und man muss, wie in meinem Fall, komplett andere Kurse belegen. Das Studium in Australien ist jedoch etwas anders und jeder undergraduate Student muss mindestens 3, aber maximal 4 Kurse belegen, welche zusammen nicht mehr als 12 CP ergeben dürfen (was ca. 30 deutschen CP/ECTS entspricht). Nur in der ersten Woche des Semesters kann man noch Kurse hinzufügen, bis Ende der zweiten Woche Kurse abwählen, danach geht nichts mehr; geht man dann nicht zu einem Kurs hin gilt er als nicht bestanden.

Kommt euch das jedoch alles zu verwirrend oder unübersichtlich vor habt ihr jedoch an der Macquarie University das Glück einen eigenen Betreuer im International Office zu haben. In meinem Fall war dies Kate, da sie für Deutschland zuständig ist. Mit ihr stand ich bereits noch von zu Hause in Email-Kontakt und während der ersten Wochen in Australien war sie immer als Ansprechpartner zur Verfügung.


4.) Studium
Geht das Semester dann los in Australien, geschieht dies ein bisschen anders, als es ein deutscher Student gewohnt ist. Wie schon erwähnt kann man als Student nur 3-4 Kurse nehmen, was sich für deutsche Verhältnisse eher wenig anhört. Damit verbunden sind auch meist nur ca. 14-16 Semesterwochenstunden, sprich, die Kontaktzeit mit der Uni ist eher kurz und es kann vorkommen, dass man wie ich zum Beispiel nur an zwei Tagen in die Uni muss. Davon sollte man sich jedoch nicht in punkto Arbeitsaufwand täuschen lassen. Die Kurse sind anders strukturiert als in Deutschland und es gibt erheblich mehr Hausaufgaben und Kontrollen des Lernstoffes während des Semesters. Auch wird von jedem Studenten verlangt, sich regelmäßig auf einer Lernplatform zu betätigen, auf welcher kurze Artikel eingestellt werden müssen oder alle zwei Wochen ein Quiz bearbeitet werden muss. Auch gibt es nicht wie in Deutschland nur eine große Klausur oder Hausarbeit am Ende des Semesters als Leistungsnachweis, sondern es werden pro Fach meistens 2-3 kleinere Hausarbeiten verlangt, hinzu kommt meiste eine Präsentation im Tutorium, das fast für alle Kurse obligatorisch ist und am Ende steht noch eine große Abschlussarbeit oder Klausur. Man hat also als Student während des Semesters nur wenig Freiraum und muss fast jede Woche ein Essay oder eine kleinere Hausarbeit abgeben, von daher verbrachte ich die freien Tage meist trotzdem in der riesigen und gut ausgestatteten Bücherei der Universität.

„Study abroad“ Studenten, die in Deutschland die Zwischenprüfung abgelegt haben, wird meist empfohlen Kurse im 100er- oder 200er-Level zu belegen. Dies sind Kurse aus dem ersten oder zweiten Studienjahr und daher vom Anspruch noch nicht ganz so hoch. Jedoch brauch man, um in einen Kurs zu kommen, der nicht auf 100er-Level liegt, jedes Mal die Zustimmung des Dekans, diesen besuchen zu können und muss mit seinem Transcript der deutschen Hochschule zeigen, dass man das Vorwissen aufweist, diesen zu besuchen. Daher erstellt vor der Abreise noch einmal ein aktuelles Transcript, welches alle eure bisher besuchten Veranstaltungen und Noten aufweist und lasst es euch vom Auslandsamt eurer Uni bestätigen.

Ich persönlich habe mich jedoch für keine der angebotenen 100er-Kurse interessiert und habe gegen den Rat von Kate, meiner Beraterin, mich in einen 200er-Kurs in Politik und in drei 300er-Kurse in Spanisch, Englisch und Linguistik eingewählt. Natürlich rührte daher der riesige Arbeitsaufwand (bedenkt man, dass aufgrund des steifen Bachelor-Master-Systems in Australien 300er-Kurse meist das letzte Studienjahr für viele Australier darstellen), doch habe ich alle Kurse gut abgeschlossen und bin zufrieden mit meiner Wahl. Es wurde zwar viel selbstständiges Arbeiten in den 300er-Kursen verlangt, doch ist man dies ja als deutscher Student meist schon gewöhnt und kommt gut damit klar.

5.) Abreise
Vor der wirklichen Abreise stehen natürlich noch die Abschlussklausuren an, die alle erst nach dem offiziellen Semesterende in der „Exam period“ stattfinden. Bei vielen 300er-Kursen wird diese Klausur aber durch eine große Abschluss-Hausarbeit oder ein „Research Paper“ ersetzt, weshalb ich nur eine Klausur hatte. Der „Timetable“, welcher auflistet an welchem Tag eine Klausur stattfindet, wird meist ca. 2 Monate vorher herausgegeben und vor diesem Datum sollte man auch noch keine Pläne zur Abreise hegen, denn an der Klausur muss man teilnehmen, ansonsten gilt der Kurs auch als nicht bestanden, selbst wenn die Klausur zum Beispiel nur 30% zählt und man in den restlichen Prüfungsteilen überall gute Noten hat.

Als Austausch oder „Study Abroad“-Student hat man bei diesen Klausuren jedoch keine Vorteile wie das manchmal bei Erasmus-Studenten der Fall ist. Die Klausur wird in einem großen Raum geschrieben, den ihr zugeteilt bekommt, ihr dürft nichts in diesen mit hinein nehmen außer Stiften und eurem Studentenausweis. Neben euch wird dann meist ein Student sitzen, der eine ganz andere Klausur schreibt und die Aufsicht besteht aus universitätsfremden Personen, welche euch auch keine Fragen beantworten können.

Hat man aber diesen stressigen Teil des Semesters geschafft, steht einem nichts mehr im Wege, Australien zu erkunden. Egal ob man ein oder zwei Semester in diesem wunderschönen Land verbringt, man sollte alle seine freie Zeit dazu nutzen, soviel wie möglich davon zu sehen. Dazu aber in meinem letzten Punkt noch mehr.

Bevor ihr jedoch endgültig abreist, solltet ihr euch versichern, dass ihr beim International Office eure Heimatadresse hinterlegt habt, denn an diese wird einen Monat später meist das Transcript mit euren Noten geschickt. Auch bekommt das Institut, über das ihr euch beworben habt meist noch eine Kopie, die euch aber dann von diesem auch geschickt wird. Außerdem ist es wichtig, natürlich alle Bücher zurückzubringen und eventuell ausstehende Gebühren zu zahlen, denn wird dies nicht getan, schickt zum Beispiel die Macquarie University euer Transcript euch nicht zu. Auch eventuell bestehende Handyverträge oder Bankkonten sollten gekündigt werden, und falls ihr in eurer Zeit in Australien gearbeitet habt, könnt ihr eure gezahlten Steuern zurückverlangen.


6.) Wichtige Informationen
Auch wenn wir jetzt schon über die Abreise gesprochen haben, gibt es hier jetzt noch viele wichtige Informationen, die ich extra in einem Abschnitt sammeln wollte, damit diese zusammen sind.

a) Visum
Allen ausländischen Studenten in Australien, egal aus welchem Land, müssen vor der Einreise sich ein Studentenvisum ausstellen lassen, was im Falle einer deutschen Staatsbürgerschaft gut per Internet geht. Habt ihr von eurer gewünschten australischen Universität nach eurer Bewerbung einen „Letter of Offer“ bekommen, könnt ihr mit dessen Referenznummer im Internet das „Student Visa“ beantragen, bezahlt die Gebühr und bekommt meist nach drei Tagen schon per Email eine Bestätigung. In dieser Mail findet ihr eine Visa-Referenznummer, denn das Visum ist elektronisch und ihr bekommt kein Extra-Visum im Reisepass aufgeklebt. Manchmal gibt es jedoch auch mit Computern Probleme, wer kennt das nicht, deswegen würde ich empfehlen, sich die Bestätigung auszudrucken und mit zur Einreise zu nehmen. Auch braucht ihr sie manchmal zur Ausreise, wenn ihr zum Beispiel während des Semesters ausreisen und innerhalb der Gültigkeit eures Visums wieder nach Australien einreisen wollt.

b) Bankkonto
Studenten benötigen nicht unbdingt ein australisches Bankkonto,; wenn ihr jedoch länger bleibt und eventuell auch vorhabt zu arbeiten, kann sich die Eröffnung empfehlen. Ich habe dies gemacht, da es in den ersten Wochen des Semesters für Studenten kostenlos ist und man zwar mit einer VISA-.Karte gut durchkommt, doch es manchmal sehr hohe Zuschläge gibt.

Ich hatte mein Konto bei der St. George Bank, mit welcher ich sehr zufrieden war. Man brauchte zur Eröffnung lediglich seinen Reisepass, einen Visumsnachweis und den Studentenausweis, um das Konto kostenlos zu bekommen. In 15 Minuten war alles erledigt, man durfte sich sogar seine Geheimzahl aussuchen und konnte ab sofort an allen St. George und auch Westpac (Schwesterbank) Automaten kostenlos Geld abheben; Internet- und Telefonbanking waren auch standardmäßig dabei. Auch das Kündigen ging sehr einfach, ich musste lediglich persönlich in eine Filiale kommen und bekam sofort mein restlichen Guthaben ausgezahlt nachdem der Account geschlossen war.

Generell würde ich jedoch jedem vor der Abreise empfehlen, ein Konto bei der DKB zu eröffnen, da man mit deren VISA Karte an allen Bankautomaten mit VISA-Zeichen in aller Welt kostenlos Geld abheben kann! Wer mehr Informationen möchte, schreibt mir.

c) Öffentliche Verkehrsmittel/Semesterticket
Leider gibt es in Sydney bzw. in ganz Australien nicht das Konzept eines Semestertickets so wie wir es aus Deutschland kennen. Studenten müssen daher immer Fahrkarten kaufen und diese auch entwerten. Dabei gibt es jedoch im Bundesstaat New South Wales (NSW), in welchem Sydney liegt, so einige Besonderheiten. Kommt man nämlich als „exchange“, also Austausch-Student über ein Unipartnerschaftsprogramm nach Australien, muss man nicht nur keine horrenden Studiengebühren zahlen, sondern darf auch in Bus und Bahn den Studententarif „concession“ nutzen. Dafür bekommt man von der Uni einen Sticker auf den Ausweis geklebt, der einen dazu berechtigt, mit diesen Tickets zu fahren, die meist nur die Hälfte des Preises betragen. Ist man jedoch so wie ich ein „Study Abroad“ oder „International“ Student, was bei 95% der ausländischen Studenten der Fall ist, darf man diese verbilligten Tickets nicht nutzen und wird mit teuren Geldstrafen belegt, sollte man es doch tun. Da hilft auch kein Bitten und Betteln, denn die Politik in NSW ist seit Jahren so und trotz großem Lobbyismus der Universitäten wird sich in naher Zukunft wohl auch nicht an diesem Umstand ändern.

Das Verkehrssystem Sydneys außerdem nicht gerade gut ausgebaut, es gibt keine Ubahn, sondern nur Züge, die man mit Regionalzügen oder SBahnen vergleichen könnte, die ca. alle 20 Minuten in die Vororte und an die Küste fahren. Die meisten Punkte in der Stadt lassen sich aber nur per Bus erreichen, wie dies auch vorher mit der Macquarie University der Fall war. Seit Februar 2009 ist jedoch eine neue Bahnstrecke geöffnet worden, die einen nun schneller mit der Innenstadt verbindet, doch fahren auch hier die Züge nur alle 15 Minuten, was für den verwöhnten Großstadt-Deutschen nicht sehr oft ist.

Eine Fahrt von der Uni zur Stadt kostet mit dem Bus (45 Minuten) ca. 5$ wenn ihr euch ein „TravelTen“ kauft, das sind 10 Busfahrten auf einer Karte, ansonsten sind es ca. 6$. Mit dem Zug kostet die Strecke auch ca. 6$ (40Minuten), wobei es billiger wird, wenn man die Rückfahrt gleich noch dazu nimmt. Auch gibt es Wochenkarten für die Züge oder kombiniert für Zug und Bahn. Da ihr für die Stadt und die Uni zwei Zonen kaufen müsst, kostet die Wochenkarte ohne concession ca. 42$. Diese Kosten sollte man also einrechnen, wenn man überlegt ob man ein Zimmer in Uni- oder lieber Stadtnähe möchte.

d) Telefon und Internet
Wenn ihr in eine WG oder Wohnung einzieht, wo dies schon vorhanden ist - Glückwunsch!
Ansonsten müsst ihr aufpassen, dass man euch keinen Jahres- oder Zwei-Jahresvertrag unterschieben will, denn viele Händler wissen, dass die meisten Studenten nach einem oder zwei Semestern wieder gehen und erwähnen dann die Vertragslaufzeit erst gar nicht. Auch beim Handy gibt es die meisten Verträge mit der Mindestlaufzeit von einem Jahr. Da dies alles für mich nicht geeignet war, habe ich mir für 69$ ein Prepaid-Handy bei Vodafone gekauft, mit welchem ich sehr zufrieden war. Vodafone hat eine gute Erreichbarkeit (außer im Outback natürlich und Stellenweise an der Ostküste von Queensland) und relativ moderate Verbindungspreise. Erkundigt euch aber vor dem Kauf, welches Netz die meisten eurer Freunde haben, denn viele haben kostenlose Minuten zum gleichen Netz inklusive.


7.) Sydney und Australien
Australien ist das Land, von dem jeder schon einmal gehört hat und wo auch fast jeder einmal in seinem Leben hin möchte. Dabei kommt dann den meisten Menschen (wie auch mir) meist Sydney in den Sinn, welches besonders nach den Olympischen Spielen 2000 in Europa an Popularität gewonnen hat. Die Stadt an sich ist umwerfend und selbst nach einem halben Jahr dort muss ich zugeben, noch immer nicht alles gesehen zu haben. Natürlich sind die Oper und die Harbour Bridge ein Muss (unbedingt den Bridge Climb machen!), doch hat Sydney auch viele Museen und Theater zu bieten, es findet fast jeden Monat ein Filmfestival in einer anderen Sprache statt und sowieso ist diese Stadt sehr multikulturell. Doch vergessen sollte man nicht, dass Canberra die Hauptstadt ist, weshalb auch diesen einen Besuch wert ist und in australischen Verhältnissen, direkt um die Ecke liegt (nur 6 Studen Fahrt mit dem Auto). Die freie Zeit sollte außerdem dazu genutzt werden, auch Städte wie Melbourne, Perth oder Darwin (natürlich diesmal per Flugzeug) zu erkunden. Die Australier haben das Glück von zwei Billigfluglinien umworben zu werden, die sich regelmäßig mit Angeboten überhäufen (Jetstar und Virgin Blue, am besten deren Newsletter für gute Angebote abonnieren). Auch sollte man nach Ende des Semesters nicht gleich abreisen, sondern mindestens noch die Ostküste und auch das Outback (mit dem bekannten Uluru/Ayers Rock) erkunden. Das Studentenvisum gibt einen bei einem Semester dafür einen Monat Zeit nach Abschluss des Studiums, bei einem ganzen Jahr bekommt man sogar drei Monate. Sollte das Visum auslaufen und man möchte trotzdem noch bleiben (so wie ich), kann man dieses für ca.. 200$ verlängern, oder aber man fliegt zum Beispiel für zwei Wochen nach Neuseeland, welches landschaftlich atemberaubend ist, und beantragt von dort ein Touristenvisum.

Doch auch während des Semesters wird es an der Macquarie University nicht langweilig, denn dann kann man unzähligen „Student Groups“ beitreten, welche sich regelmäßig treffen. Ich war zum Beispiel in der französischen und spanischen Verbindung, alleine schon um meine anderen Fremdsprachen während dieses Auslandsaufenthaltes nicht zu vernachlässigen. Dort trifft man sich zu Diskussionen, geht zu fremdsprachigen Filmfestivals, betreut ausländische Studierende oder veranstaltet einen Barbecue, dessen Einnahmen dann einem guten Zweck gespendet wird. Auch habe ich am „Global Leadership Programme“ der Universität teilgenommen. Dieses bietet einem ein Zertifikat an, wenn man es schafft innerhalb seines Aufenthalts an mind. 10 Kolloquien teilzunehmen, die sich um politische und soziale Themen drehen aber auch sehr praktisch sein können und zum Beispiel Präsentations- oder Soft Skills vermitteln. Auch habe ich mit diesem Programm einen 4-Tages Ausflug nach Canberra unternommen. Dieser hat mir, neben vielen tiefen Freundschaften, ermöglicht, in das Innere des australischen Parlaments und einiger Botschaften zu kommen, sich mit Abgeordneten und Botschaftern auszutauschen und viel über australische Politik zu lernen.

Alles in allem war dieses Auslandssemester ein Highlight sowohl in meiner persönlichen als auch wissenschaftlichen Entwicklung. Ich hoffe, dass ich jedem, der dies liest weiterhelfen konnte und einen kleinen Eindruck von der Macquarie University und Australien geben konnte. Für alle Zweifler, die überlegen, ins Ausland zu gehen: Traut euch! Ein oder zwei Auslandssemester sind das Beste was euch passieren kann, auch wenn dabei immer mal Schwierigkeiten auftreten können und es viel zu organisieren gibt, es lohnt sich im Rückblick immer!

Wer Fragen hat, zögere bitte nicht mich zu kontaktieren:
Sara Steinhardt, 01742076222 oder sarstein@stud.uni-frankfurt.de



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