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Monash Universität- und weshalb ihr euch dazu entscheiden solltet...

1.Die ersten Schritte

„Wird sich das denn alles lohnen?“

Nachdem ihr bereits unzählige bürokratische Unannehmlichkeiten über Euch ergehen lassen habt und ihr Euch inzwischen zigmal gefragt habt, ob dieses Auslandssemester denn auch eine richtige Entscheidung war und sich dieser finanzielle und arbeitsintensive Aufwand lohnt, verspreche ich Euch, dass sich an der Monash Uni schnell das Gefühl einstellt‚endlich eine Art ‚Payback’ zu erhalten.

„Aber, wo soll ich denn wohnen und wie finde ich was passendes?“

Ihr werdet vom Flughafen abgeholt und könnt euch umsonst an irgendeinen Standort in Melbourne verfrachten lassen. Entweder habt ihr Euch entschieden in den ‚Halls of Residence’ fuer etwas mehr Geld direkt auf dem Campus zu wohnen (ca AUD $190/Woche ) oder ihr sucht Euch privat und meistens günstiger (ab ca. AUD $110/ Woche) etwas passendes, was dank vielerlei Hilfestellungen seitens der Uni kein Problem ist.
Es gibt auf dem Clayton Campus einerseits eine ‚housing office’ an die ihr Euch wenden könnt:
Campus Centre (Building 10)
Clayton Campus
Tel.: (03) 9905 3156

oder ihr geht andererseits unter Euer ‚my.monash portal’ zur Rubrik ‚accomodation’ und holt Euch die neuesten Angebote selbst ein. Meistens findet ihr dort ‚shared accomodation’ , was bedeutet dass ihr Euch ein kleines Häuschen mit anderen Studenten teilt. Solltet ihr wider aller Erwartungen noch nicht fündig geworden sein, könnt ihr Euch Mittwochs und Samstags die Zeitung „ The Age“ holen, welche ueber ausreichend weitere Angebote verfügt.
Meiner Meinung nach lohnt es sich was auf eigene Faust zu suchen, da Clayton eher etwas ab vom Schuss ist und abends die Verbindungen zur Stadt eher bescheiden sind, wenn man in den ‚Halls’ auf dem Campus wohnt. South Yarra oder St. Kilda sind zwecks Nachtleben sicherlich die eindeutigen Favoritengegenden unter den Studenten, schließlich ist man ja nicht nur zum Studieren in Australien. Andererseits sind die Partys in den ‚halls’ auch nicht schlecht und man hat sicherlich die Möglichkeit viele Leute kennen zu lernen und immer in deren Nähe zu wohnen und des Weiteren in ein paar Minuten an der Uni zu sein. Melbourne zieht sich mit seinen Vororten über eine ganz schöne Distanz hin und man wohnt nicht unbedingt in der Nähe von Freunden, wenn man sich privat was sucht. Hat eben beides Vor- und Nachteile. Wie auch immer ihr Euch entscheidet, zu Beginn könnt ihr Euch ohne Bedenken in ein ‚Youth Hostel’ bringen lassen und zum Beispiel von dort aus die Wohnungssuche beginnen. Hier bietet sich zum Beispiel das ‚Chapel Street Backpackers’ an der ‚Windsor Station’ an.

„Wie erspare ich mir teure Bankgebühren, wenn ich Geld abheben will?“

Bevor ihr nach Australien fliegt, eröffnet ihr Euch am besten ein Konto bei der Deutschen Bank, falls ihr dort nicht schon ohnehin Kunden seid. Die Deutsche Bank hat nämlich einen Partnervertrag mit der ältesten Bank Australiens, Westpac, welche an fast jeder Ecke vertreten ist. Somit könnt ihr in Australien und Neuseeland (falls ein Trip dorthin geplant ist) kostenlos Bargeld abheben- eine wirklich tolle Gelegenheit.
Des Weiteren kommen in der Orientierungswoche auch Mitarbeiter der Commonwealth Bank vorbei, die Euch die Möglichkeit bieten, ein australisches Konto umsonst zu eröffnen. Dies bietet sich vor allem an wenn man arbeiten gehen möchte, da viele Arbeitgeber nur auf australische Konten überweisen möchten. Macht das ruhig, schaden kann es nicht.

„Wie telefoniere ich am günstigsten nach Deutschland?“

Die günstigste Möglichkeit nach Deutschland zu telefonieren ist vermutlich über Skype zum Nulltarif. Man braucht dazu einen schnellen Internetanschluss und lädt sich unter www.skype.com die Software herunter. Der Gesprächspartner braucht dazu allerdings auch einen schnellen Internetanschluss. Als Alternative dazu gibt es prepaid- Telefonkarten, die es auch im Campus Centre bei ‚Uniphone’ oder an jeder Ecke (mit evtl. besseren Tarifen als auf dem Campus) zu kaufen gibt.
Fürs Handy holt man sich am besten im Uniphone Shop im Campus Centre auf Clayton prepaid-Karten von Vodafone. Am Semesteranfang werden die dort auch manchmal umsonst verteilt mit einem Guthaben von bereits $30, was einem sehr gelegen kommt.

2.Die Atmosphäre an der Monash
In der Orientierungswoche werdet ihr bereits merken, dass es so einige Unterschiede zwischen einer australischen und einer deutschen Universität gibt. In englischsprachigen Ländern ist die Anbindung zur ‚Alma mater’ wesentlich stärker, was sich auf vielerlei Arten bemerkbar macht.
Es gibt eine eigene Orientierungswoche eigens für die internationalen Studenten, in welcher ihr eine Führung um die Uni bekommt, eine Einführung in den Aussie-Slang („How was the movie?“ „Shithouse!“), viele Informationen über den Kontinent erhaltet und mit Pancake breakfast und einigen Aussie- BBQ’s bei Laune gehalten werdet. Dort lernt ihr viele Kommilitonen kennen mit denen ihr erfahrungsgemäß das Semester verbringen und hoffentlich auch durchfeiern werdet, da ihr genau diese Truppe bei denen für Euch organisierten Partys immer wieder antreffen werdet. Innerhalb dieser Orientierungswoche werdet ihr euch auch letztendlich für eure Kurse entscheiden, selbstverständlich habt ihr dabei einen Berater zur Hand, der euch mit Rat und Tat zur Seite steht- eine angenehme Abwechslung zum deutschen System. Habt ihr irgendwelche Fragen an Professoren der jeweiligen Kurse werdet ihr überrascht sein wie schnell Euch diese antworten und wie hilfsbereit sie Euch zur Seite stehen. Es kann auch durchaus passieren, dass ein persönliches Beratungsgespräch mit einem Dozenten in ‚Alrighty, give me five’ endet, was man ja eher nicht gewohnt ist.
In der eigentlichen Orientierungswoche, die sich an eure spezielle Einführung anschließt, stellen sich dann die zahlreichen Unions vor und es bieten sich Euch unzählige tolle Freizeitmöglichkeiten. Auf dem Campus finden dann jeden Tag BBQ’s und kleinere Konzerte der ‚Unions’ statt mit denen ihr euch schnell wie in einem College-movie vorkommt.
Sport wird in Australien auch oft als nationale Religion bezeichnet und dies spiegelt sich in den unzähligen Möglichkeiten wieder, die sich euch anbieten. Monash, insbesondere der Clayton Campus, gilt als absoluter Top-Campus was sportliche Einrichtungen betrifft und ihr werdet dort von Aikido bis Waterski unzählige Möglichkeiten antreffen eure Freizeit zu gestalten. Allerdings kostet die Teilnahme, entgegengesetzt zu den meisten deutschen Unis, meistens etwas.
Des Weiteren gibt es so tolle Clubs wie beispielsweise den ‚Bushwalking Club’, der von Klettern über Kanufahren bis hin zu zahlreichen Wanderungen im australischen ‚bush’ Euch eine tolle Möglichkeit bietet verschiedenes kennen zu lernen. Auch der ‚Exchange Club’ bietet Euch so alle zwei Wochen zu geringem Geld tolle Ausflüge an. Diese reichen von kleinen Wanderungen und Weintouren um Melbourne bis hin zu Wochenendtrips nach Tasmanien. Dies solltet ihr Euch keinesfalls entgehen lassen.

3.Studieren an der Monash: ein ‚never-ending support’

Studieren in Australien ist, meiner Meinung nach , viel einfacher. Durchfallen ist möglich, aber ich behaupte, dass dies fast in jedem Fall auf Faulheit und nicht auf Schwierigkeit zurückzuführen ist. Ihr habt zwar einiges zu tun, normalerweise studiert ihr zwischen 18-24 Credit points, aber es zählen am Ende oft so viele Einzelteile in einem Fach zusammen (Präsentation, mündliche Mitarbeit, ein kleiner Essay und ein grosser Essay), dass ihr meistens die Möglichkeit habt, Euern Hintern zu retten und auszugleichen.
Außerdem gibt es für Nicht-Muttersprachler ein optimales Unterstützungs programm. Beispielsweise gibt es einen ‚Language and Learning Service’, der sich mit Euch zusammensetzt und Euch genau erklärt, was der jeweilige Essay von euch abverlangt. Habt ihr das Ding dann geschrieben, könnt ihr dort wiederum einen Termin machen und dann liest sich eine Person euern Essay durch und gibt Euch Tipps eure Leistung zu optimieren. Ist das nicht ein Hammer? Also, wenn ihr das Ding nicht unbedingt die Nacht vor der Abgabe schreibt, habt ihr eigentlich schon gewonnen und euern Schein in der Tasche.
Ein weiterer schöner Service werdet ihr in der Bibliothek antreffen. Ihr habt Probleme passende Literatur zu einem Thema zu finden? Im Gegensatz zu einem grimmigen Gesicht in Deutschland und einer inkompetenten Hilfestellung die Euch nicht weiter bringt, trefft ihr hier auf perfekt geschultes Personal, welches Euch bereitwillig die wertvollsten Tipps gibt. Ihr müsst euch nur die Mühe machen und danach fragen. Also, ich habe von diesen Hilfestellungen bestens profitieren können und hatte oft das Gefühl mit dem Löffel gefüttert zu werden.

Falls ihr die Möglichkeit und etwas Flexibilität im Stundenplan habt, würde ich Euch unbedingt dazu raten, einen Kurs über Australien zu machen. Hier bietet sich entweder der Kurs ‚Australian landscape’ oder ‚Contemporary Australia’ an. Ich habe letzteren besucht und es hat mir super Spass gemacht. Dort lernt man viel über Aboriginal-Kultur, Kolonialgeschichte, Politik, Sport, Umwelt und Wirtschaft des Kontinents. Dieser Kurs war wirklich inspirierend und hat einem vieles erklärt was man ansonsten vielleicht gar nicht wahrgenommen hätte. Beispielsweise ist nach wie vor Queen Elizabeth II Australiens ‚head of state’ und kann den Prime minister abzusetzen (was auch schon passiert ist)- soviel zur Unabhängigkeit. Ein wirklich interessanter Kurs.

4.Reisen

Nehmt Euch genug Zeit diesen wunderschönen Kontinent ausreichend zu bereisen, es ist unglaublich welche Vielfalt an Landschaft es dort zu sehen gibt. Holt euch am besten den Reiseführer ‚Lonely Planet’, dereEuch viele wertvolle Tipps und Adressen bietet. Euer Semester hat glücklicherweise einen mid-term break, in welcher ihr auf Reisen gehen könnt. Ich habe mir für diesen break die ‚Grampians’ und die ‚Great Ocean Road’ vorgenommen.
Besonders ‚Utopia tours’ kann ich empfehlen. Wir sind zwei Tage auf Berge, zu Wasserfällen und zu atemberaubenden Ausblicken und durch den Regenwald gewandert, haben in der reinsten Wildnis geschlafen, wo es vor Känguruhs und Koalas nur so gewimmelt hat, waren in einem versunkenen Vulkan und hatten mit vielen Trinkspielchen einfach jede Menge Spass. Auch die ‚Great Ocean Road’ bot eine wunderschöne Landschaft, aber dort hinzugehen ist eigentlich Standardprogramm und es gibt auch genug Angebote an der Uni dort hin zu gelangen und evtl. mit dem Helikopter drüber zu fliegen. Die Reise mit ‚Utopia’ war allerdings super abwechslungsreich und mit ca. 100 Euro auch sehr erschwinglich.
Meinen Abschlusstrip habe ich entlang der Ostküste von Cairns nach Melbourne (4000km) mit dem Greyhound unternommen. Das Reisebüro Peter Pan bietet ganz gute und preiswerte Kombinationen an sich eine solche Reise zu finanzieren (ca. 900 Euro für 3 Wochen). In Cairns kann man, neben einem tollen Partyleben, am Great Barrier Reef schnorcheln gehen oder in Cape Tribunal durch den Regenwald wandern. Dann sind wir nach Airlie Beach gefahren um einen 3- tägigen Segeltrip um die ‚Whitsunday islands’ zu erleben. Eine Jeep Safari auf der grössten Sandinsel der Welt erwartete uns auf Fraser Island. Danach gingen wir auf einen Kanutrip in die Everglades und stießen anschließend in Brisbane auf überraschend viele spießige Menschen in Anzügen. Weiter ging es nach Surfers Paradise, Byron Bay und Sydney. Diese Route kann ich nur empfehlen. Die meisten Hostels unterwegs sind sehr preiswert und bieten einen kostenlosen pick-up service von der Bushaltestelle an.

5.Schlusswort

Alles in allem ist die Universität und die Stadt nur zu empfehlen. Melbourne hat den Ruf relaxter und entspannter als Sydney zu sein und ich kann dies nur bestätigen. Wir waren alle im Grossen und Ganzen sehr glücklich mit unserer Entscheidung und hatten eine geniale Zeit und eine angenehme Pause von dem ‚deutschen Ernst’ und ‚der Korrektheit’. Die Uni hat sich im Laufe der Jahre optimal auf internationale Studenten eingestellt und ihr werdet euch selten verloren vorkommen. Die Australier sind das freundlichste Volk der Welt und locken euch aus dem Haus selbst wenn ihr wirklich zuhause bleiben wolltet.

Dieser Erfahrungsbericht kann auch in PDF Format heruntergeladen werden.

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© by Institut Ranke-Heinemann - Studium/Studieren in Australien und Neuseeland, 2010