Meine ersten Tage in Sydney
Warum der Weg nach „Down Under“ über „Drunter und Drüber“ führt!
Intro
Dieser Bericht beschreibt die ersten zwei Wochen meines Study-Abroad-Programs, meine letzten Tage in Berlin, die Ankunft in Sydney und soll die ersten Impressionen in Australien und der Macquarie University schildern. Vielleicht sind auch ein paar nützliche Tipps enthalten, die Euch helfen entweder selbst die ersten Schritte in einem fremden Land zu beschreiten, oder ein wenig die Angst vor solch einem „Abenteuer“ zu nehmen.
„Das Glas ist immer halb voll!“
Ich mag selbst keine Anglizismen, verwende aber trotzdem einige, um den Alltag in einem „english speaking country“ greifbarer zu beschreiben.
The Great Escape
Ich stehe auf, wie immer, gehe an den Frühstückstisch, wie immer, doch dann plötzlich auf dem Weg zum Rooftop des Hotels werde ich von Fremden mit „How are you doin´“ angesprochen und mir erschließt sich auf dem Sonnendeck ein wahnsinniger Blick auf eine beeindruckende Skyline, die durch eine architektonisch einmalige Oper ergänzt wird. Dann überkommt es mich und ich merke: “Du hast es geschafft, Du bist in Sydney!“ Dies empfand ich gerade in den ersten Tagen, an denen man dies alles noch nicht so richtig begreifen und fassen kann. Boris Becker hat seine Wimbeltonsiege auch erst ein paar Tage später begriffen. Mein Study Abroad Programm hat zwar nichts mit Tennis zu tun, obwohl auf dem Campus ein Court ist, letztendlich aber doch mit einem runden Ball - der Erde, denn Sydney liegt am anderen Ende und dort muss man ersteinmal hinkommen.
Review: Meine Reise beginnt in Berlin. Die letzten Paragraphen für Unternehmens-besteuerung gelernt und bei der Vorbereitung auf Konjunktur - und Beschäftigung tunlichst versucht Kausalzusammenhänge bei der Interpretation der keynesianischen Theorien zu vermeiden und schon war es soweit: Die letzte Klausur am 18.Juli 2003. Der Tag an dem auch psychisch für mich alles konkret wurde, denn organisatorisch war zu diesem Zeitpunkt schon längst alles perfekt. Ich hatte bis zur letzten Klausur wenig Zeit über mein Projekt nachzudenken, oder hatte es erfolgreich verdrängt. Die Vorstellung in absehbarer Zeit am anderen Ende der Welt zu sein ist reizvoll, kann aber auch einen anderen Beigeschmack haben.
Als ich meine letzte Klausur abgab hatte ich das Gefühl mein Ticket am Check-in-Schalter von Quantas abzugeben, aber es war immerhin noch Herr Burchardt. Mir viel ein Stein vom Herzen, ich hatte also noch Zeit mich von meiner Familie und meinen Freunden zu verabschieden!
Die Abschiedsfete im Golgatha war wirklich gelungen und auch das hochsommerliche Wetter trug nicht gerade dazu bei mir den Abschied von Berlin zu erleichtern. Dennoch, nachdem ich meine Wohnung an meinen neuen Nachmieter übergeben hatte und mich von meinem „Freundnachbarn“ verabschiedet hatte setzte sich der Sydney-Express zur ersten Station in Gang: Kassel.
Meine Eltern brachten mich am darauffolgenden Mittwoch, den 23.07.2003 zum Frankfurter Rhein Main-Flughafen. Nach feuchter Verabschiedung und zweimaligem einchecken (zu viel Gepäck!) war ich plötzlich allein und mir wurde nach prüfenden Griff bewusst, dass ich keinen Schlüssel mehr hatte. Nun konnte das Abenteuer also beginnen und nach all den unangenehmen „Tschö-tschüß-werd-Euch-vermissen´s“, stellte sich bei mir ein erwartungsfrohes Fernweh ein! Ich konnte es kaum noch abwarten und musste im gleichen Moment ernüchternd feststellen, dass ich noch ein 20-stündiges Tennismatch ohne Seitenwechsel vor mir hatte.
Dann der Flug, der ein schier unendlich dauerndes Sicherheitscheckprogramm als Vorspiel hatte. Als ich das Känguru im Quantasemblem erkannte und ich über die Fluggastbrücke das erste freundliche „How are you doin´, nice to have you on our flight“ entgegen nahm, wusste ich: Es gab kein zurück mehr und das war auch gut so! So sagte ich mit einem letzten mentalen „Berliner Zitat“ im Hinterkopf Auf Wiedersehen Deutschland!
Nun begann das Spiel gegen die Zeit (23.55 Uhr). In 20 Stunden 20.000 km der Nacht und somit 9 Stunden Zeitverschiebung entgegen. Nach den ersten 5 Stunden wusste ich definitiv, warum ich mein Studium unbedingt konsequent durchziehen sollte. Ganz einfach. Damit ich mir später einen Platz in der ersten Klasse leisten kann, denn das Platzangebot für einen durchschnittlich gewachsenen Mitteleuropäer ist eher spärlich bemessen. Ich fühlte mich wie in einem Holzfass der Spree hinunter treibend. Nachdem ich mich mit meinen Nachbarn angefreundet und das erste Video gesehen hatte kam ich mit den widrigen Bedingungen klar und lernte den Kaffee nur dann zu trinken, wenn keine Turbolenzen angezeigt wurden.
Ich war verwundert als der Flieger plötzlich zum Landeanflug auf Singapur ansetzte, denn letztendlich gingen die ersten 12 Flugstunden relativ schnell um. Eine Stunde Aufenthalt mit Duty Free und chillen auf dem Airport-Sonnendeck und schon ging es weiter Richtung Down Under.
Headset auf und in Tetris eingeloggt, meine Nachbarin hatte keine Chance, ich war der Tetrischampion (Sorry Monique). Im Morgengrauen setzte der Captain zum Landeanflug an und ich konnte die ersten Konturen der Sydneyküste erkennen. Wahnsinnig viele Lichter, die der Küste im Dunkeln eine beeindruckende Silhouette gaben.
Klatschen setzte ein, ich war überglücklich und von oben bis unten mit Kaffeeflecken geprägt zu gleich (Tipp: Kein weißes Hemd auf einem Interkontinentalflug!). Die Sicherheitschecks in Sydney überwunden und mein Visum stolz in die Augen müder Grenzbeamter gehalten, dann konnte ich endlich durch die Sicherheitsschleusen auf die andere Seite.
Let´s go
6.30 am (does not mean: am morgen, but it is easy to learn, indeed) war ich mit Stefan Kutschereuter vor dem Airport McDonalds verabredet und froh als ich ihn endlich sah. Wir teilten uns ein Taxi zum gebuchten Hotel, wo Silke schon auf uns wartete.
Mit einem lustig gelaunten Taxifahrer, der gespannt den neusten Rugbyergebnissen lauschte, fuhren wir durch die morgendliche Rushhour. Das Bernley´s Private Hotel schien dem Taxifahrer schon ein Begriff zu sein.
Kings Cross, mein neuer Stadtteil, zumindestens für eine Woche. Der erste Eindruck lag auf der Hand: Rotlichtmileau, aber nicht zu verrucht. Lediglich die Hauptstraße ist von eher zwiespältigen Subjekten bevölkert. Das Hotel in der Springfield Avenue ist aber sauber, nett und hat einen super „Added Value“: Das Rooftop!
Mit Stefan fuhr ich den klapprigen Fahrstuhl in die oberste Etage, begrüßte Silke und konnte zum ersten Mal den tollen Blick über die Stadt genießen, der am südlichen Ende am Wahrzeichen Sydneys verweilen blieb - Der Sydney Opera (im Hintergrund die Harbour Bridge). Auf einmal waren die stressigen Berliner Klausuren und die lange Reise vergessen! Um dem Jetlag entgegen zu wirken, entschloss ich mich nicht zu schlafen (man sollte ganz normal ins Bett gehen) und mit Silke und Stefan zum Kennlern-Uni-BBQ unter der Harbour Bridge zu gehen. Die ersten Schritte durch die neue Stadt fielen leicht, die entspannt wirkenden Leute trugen ihr Bestes dazu bei. Sorry, anstatt „Pass doch auf wo Du hinläufst“ and stuff like that! Lediglich die Temperaturen der ersten Tage waren gewöhnungsbedürftig, schließlich befanden wir uns im australischen Winter.
Kurzbeschreibung australian winter: Sonnig, blauer Himmel, dunkel ab 6.00 pm, tagsüber um die 10-20°C, abends kühlt es merklich ab.
An der Harbour Bridge lernte ich die ersten Uni-officials kennen und musste feststellen, dass auf großes „Handegedrücke“ keinen Wert gelegt wird. Dementsprechend läppisch ist auch ein erwiderter australischer Händedruck.
Die ersten Eindrücke der Stadt waren für mich durch folgende Attribute gekennzeichnet:
My first impressions in Brainstormingform:
ð sauber
ð freundlich
ð modern
ð dazwischen nette Altbauviertel
ð ein bisschen überreguliert
ð raucherunfreundlich (ist aber kein Nachteil, gewöhnt man sich schnell dran)
ð multikulturell (vor allem Asiaten sind häufig vertreten)
ð Sehr britisch im Baustil (Viktorianisch)
ð diszipliniert aber nicht bieder
ð zuvorkommend
ð ... soll für den Anfang reichen!
Als ich abends nach der ersten Tour ins Hotel zurück kam, war ich bombardiert mit den unterschiedlichsten Erlebnissen, die ich ersteinmal bei einem Fosters (1 l Flasche) auf dem Sonnendeck sortieren musste. Da es mittlerweile dunkel war, sah ich zum ersten Mal die faszinierende Skyline bei Nacht - just amazing!
Mein erster Morgen in Sydney: Wir drei Berliner frühstückten zusammen und als wären wir schon Ewigkeiten in Sydney durchstöberten wir die Wohnungsannoncen, denn wir wollten nicht wie andere aus Österreich stammende Kommilitonen das Bernley´s zu unserem Sweet Home machen. Also musste so schnell wie möglich eine neue WG-taugliche Wohnung gefunden werden. Der positive Nebeneffekt einer solchen Suche in den ersten Tagen ist eine gratis Sightseeing Tour; die Stadt lernt man so einfach am besten kennen. Schnell wurde uns bewusst, welcher Stadtbezirk in Frage kommt und welcher nicht.
In Newtown, einem jungen, geschäftigen und zugleich optisch ansprechenden Studentenviertel besichtigten wir ein Haus, wo zumindestens ich mir hätte vorstellen können zu wohnen. Einigkeit bestand auf jeden Fall in der Location - Newtown gefiel uns!
Later more information about that special issue!
Mein erster Tag an der Macquarie University; Australia´s innovative University:
Am 28.07.2003, einem heiteren, sonnigen Montag begann das Semester an der Universität und zugleich der eigentliche Grund unserer Australien Expedition. Mit dem National Transport System fuhren wir von der Station Kings-Cross über Redfern, Strathfield nach Epping und von dort mit dem Bus an die Uni. 2.00 pm fand unser erster Kurs (Marketing Research) statt. Aufgeregt waren wir glaube ich „Alle Drei“, aber uns blieb keine Zeit darüber nachzudenken und eh wir uns versahen, saßen wir in einem großen Hörsaal. Nachdem sich ein wenig Ruhe eingestellt hatte, betrat der Professor den Raum, unter dessen Arm man wohl eher ein Surfbrett als einen Stapel von Skripten vermutet hätte, denn mit seinen kurzen Hosen, langen Haaren und sonnigen Tand erinnerte er stark an Hardy Krüger jun.. Jedoch wurde uns ziemlich schnell bewusst, dass auch ein surfendwirkender Professor zum Silencium aufrufen kann: „If you don´t stopp talking, I don´t want you in this room!“, sagte er zu einem verduzt wirkenden Asiaten.
Die erste Vorlesung war lediglich eine Einführung, viel interessanter schien mir der Campus zu sein, denn so etwas hatte ich noch nicht gesehen. Ich legte mich auf das Campus-Green und genoss die Sonnenstrahlen, als ich aufwachte bemerkte ich zahlreiche Papageien um mich herum. Der Campus ist aber nicht nur exotisch, sondern hat diverse Sportangebote zu bieten (Tennis, Golf [...]), kulturelle, sowie soziale und natürlich eine gute wissenschaftliche Infrastruktur ist vorhanden. Die Mensa bietet für alle etwas, mir fiel gleich die Burgertheke auf!
Die Universität ist hervorragend organisiert, was man an Kleinigkeiten oftmals registriert: Ein Photo geschossen, 2 Minuten später hat meine seine ID-Chipkarte und ist somit als Student eingeloggt. Aber auch das International Office arbeitet professionell, man bekommt alle Informationen gut aufbereitet präsentiert und fühlt sich trotz der Menge an Abroad-Studenten nicht als Nummer, sondern gut aufgehoben.
Die Wohnungssuche in Sydney hat sich einfacher herausgestellt als ursprünglich gedacht. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass wir nach Häusern gesucht und ein tolles gefunden haben. Haus! Hört sich im ersten Moment dekadent für einen Student an, ist es aber nicht. Die Häuser auf die wir uns konzentrierten, haben die Maße einer auf zwei Etagen verteilten Wohnung. Solche Häuser findet man in Reihenhausanordnung, eng aneinander geschmiegt abseits der großen Avenue´s.
Angeknüpft an die ersten Erlebnisse der Suche per Zeitung, kann ich aus nunmehr eigener Erfahrung berichten, dass eine Wohnung besser über einen Makler zu suchen ist. Diese Agents werden über den Vermieter bezahlt und erstellen täglich ein neues Portfolio an Angeboten. Hat man die Basics (Lage; Kosten etc.) geklärt und einen guten Tag erwischt, dann sind die Chancen gut.
Nachdem der erste Deal gescheitert war und wir den griechischen Agent Mike abgeschüttelt hatten suchten wir in Newtown weiter und wurden fündig. Ein kleines Reihenhaus, zwei Etagen, kleine Küche, Kaminzimmer (die meisten Wohnungen haben keine Heizung, da der Winter kurz und meist warm ist), geräumiges Bad und um das Highlight natürlich nicht zu vergessen - einen Sunbackyard mit Springbrunnen und Palme! Na, wenn das nichts ist, dachten wir uns und zögerten nicht lange das Angebot anzunehmen. Der Agent war uns gut gesonnen und machte keinen Hehl daraus uns gut Chancen zu geben (because ya´ guy´s comin´ from Germany!). So zahlten wir gleich zwei Wochenmieten an, damit er die Wohnung aus dem Programm nahm und verabredeten uns für den nächsten Tag, den 1. August 2003; 10.00 am zum unterschreiben.
Die Modalitäten sehen folgendermaßen aus: Die Mieten in Australien werden im Gegensatz zu Deutschland wöchentlich berechnet, sind vergleichbar addiert man die niedrigen Strom- und Heizkosten. Bei Einigung zahlt man ein, oder zwei Raten an und hinterlässt wie in unserem Fall eine Kaution. Maklergebühren sind allerdings geringfügig auch angefallen (15 AUD$). Der Rest geht schnell und unkompliziert.
Überglücklich und keine Träne dem ersten Angebot hinterher weinend, erwarteten wir die letzte Nacht in Bernly´s Private Hotel. Noch einmal den wahnsinnigen Blick auf dem Rooftop genossen, einen Burger um die Ecke gegessen und auf der „Schmuddelavenue“ (Darlinghurst Rd.) ein Bier getrunken, dann brach die letzte Nacht im Bernley´s an.
Das International Office organisierte ein Welcome Dinner in feiner Atmosphäre und gediegenem Ambiente in Darling Harbour. Ein drei Gänge Menü mit anschließenden Discoevent erwartete uns und erinnerte stark an eine Teenager Party, da die Abroadstudents aufgrund anderer Systeme jünger sind und der Abend auch nur bis 11.00 pm angesetzt war. Spielraum gab es keinen - um 10.55 pm ging die Musik aus! Nicht vergleichbar mit Berliner Welcome Party´s aber okay für uns drei Berliner, da am nächsten Morgen um zehn der „Sesamschlüssel“ wartete.
Wir gaben unsere Schlüssel im Bernley´s ab und bestellten ein Taxi nach Newtown. Als die alte freundliche Bernley´s Inhaberin mit dem kurzen und dem einen langen Zahn uns zum Abschied winkte und Silke fast dem Taxifahrer den Platz streitig gemacht hätte (gewöhnungsbedürftiger Linksverkehr in Aussieland!) war mir klar, dass die ersten 7 improvisierten Tage ein Ende hatten.
Der Taxifahrer gab uns auf Anfrage noch gute Tipps für Secondhand-Furniturestuff und beschrieb uns den Weg nach Schweden, means Ikea, dann standen wir endlich vor unserem neuen Haus.
Der Gedanke von „Null“ anzufangen ist sicherlich im ersten Moment nicht einfach. Gedanken, wie: Treffe ich nette Leute; werde ich mit den Studienbedingungen klarkommen; kann ich wenigstens annähernd meinen Status Quo halten, um nur einige der quälenden Fragen zu nennen, stellen sich natürlich. Letztendlich hat man das Gefühl, von den ersten Impressionen überwältigt, auf einer Welle zu schwimmen. Ist man auf dieser Welle laufen die Dinge, es gibt immer irgendwelche Möglichkeiten. Die Frage der Einrichtung, um nur eine Frage aufzugreifen, ist ein gutes Beispiel hierfür. Natürlich fragten wir uns nachdem wir den ersten Abend in unserer neuen Houseunit verbrachten, wie wir unser Sweet Home einrichten sollten. Günstig! So schrieben wir Handouts und verteilten sie in der King Street. Es dauerte keine zwei Stunden bis eine ältere Dame names Jennifer anrief.
Wir besuchten sie und waren im ersten Moment sprachlos über soviel Gastfreundschaft. Ehrlich gesagt war ihre Wohnung eine Rümpelbude, aber das sollte uns nichts ausmachen. Sie bot uns eine Menge brauchbarer Furniture stuff an und wurde nicht müde uns zu erzählen, dass ihr Sohn in Leipzig arbeitet. Vielleicht aus diesem Grund, oder weil sie sozial eingestellt schien, schenkte sie uns all die nützlichen Dinge! Uns war es fast peinlich ihr Haus mit Staubsauger, Küchengeräten, Topfen, Decken, Kissen, Kleiderständer, Gläsern...zu verlassen und gaben ihr als Geste trotzdem 30 $.
Am gleichen Abend überlegten wir uns die Zimmereinteilung. 3 Räume, 2 upstairs, 1 downstairs, vergleichbar! Um Ungerechtigkeiten zu vermeiden, entschlossen wir uns die Räume auszuspielen. Jetzt hat jeder sein eigens Zimmer und die erste Nacht im eigenen Zimmer, auf der eigenen IKEA-Matratze (hatte ich mir schlimmer vorgestellt!) war erholsam und gab mir neuen Esprit.
Bondi Beach - von Anfang an traf ich mit mir die Vereinbarung, erst an den Strand zu gehen, wenn ich meine eigenen vier Wände hätte. Hört sich komisch an, aber ich versprach mir davon die nötige Einstellung und den Push um gleich weiter auf der beschriebenen Welle zu schwimmen. Den Esprit von der ersten Nacht nutzend, fuhr ich am nächsten Morgen mit dem City Train zur Bondi - Junction und weiter mit dem Bus zum Bondi - Beach!
Der Bus biegt von der Bondi - Junction in eine steil abfallende Straße, die auf direktem Weg dem Meer entgegen führt. Ein wahnsinniger Blick erschließt sich und ich konnte meine Vorfreude kaum noch im Zaum halten, als der Bus plötzlich auf die Strandpromenade einbog. Ich konnte es kaum glauben, als ich zum ersten Mal den weißen Sandstrand sah, der von zwei Felsvorsprüngen eingerahmt, einer idyllischen Bucht gleich kommt. Wahrscheinlich nur im Winter, denn schließlich ist Bondi der berühmteste Strand Australiens und steht in jedem Touriguide.
Der Strand schien wie leergefegt, lediglich ein paar Surfer trotzten den kalten Wassertemperaturen (18 Grad!), und ich entschloss mich den ganzen Tag den Strand und den Blick auf das offene Meer zu genießen. Ahnend welch Menschenmassen sich im Sommer hier in der Sonne braten und abends in den netten Restaurants und Bars verweilen würden, brach ich abends zur Uni auf.
Heute am nunmehr 14. Tag in Australien fand ein ganz besonderer Event statt. Das Sam-Office (Study at Macquarie) organisierte eine Hafenrundfahrt mit Disco. Treffpunkt war am Sydney Opera House. Zum ersten Mal sah ich die Oper bei Nacht und kann durchaus verstehen, warum dieses beeindruckende Gebäude zu den schönsten der Welt zählt. Exkurs! Nach über zehn jähriger Bauzeit und zahllosen Konrtoversen mit dem dänischen Architekten Utzon wurde es von der englischen Queen 1973 eingeweiht. Die Dachkonstruktion ähnelt stark den Segeln eines Schiffes und im Dunkeln angestrahlt mit der Harbour Bridge im Hintergrund einfach ein bizarr-faszinierender Anblick.
Am Dock versammelten wir uns alle und ich wunderte mich schon über das ein oder andere Outfit meiner neuen Kommilitonen, denn die Aussies scheinen sich durchaus auf Regular Partys zu verkleiden. Auf dem Boot ging die Party über drei Decks, ständig die Skyline von Wasser aus im Hintergrund, bewegte sich das Partyboot angetrieben von guter Stimmung in Richtung Harbour Bridge. Als das „Swinging Boat“ spät am Abend wieder am Anlegepunkt andockte war die Stimmung auf dem Siedepunkt. Im Jack´s am Circular Quay wartete noch eine After Hour auf uns. Spätestens an solch einem Abend lernt man viele interessante Leute aus aller Welt kennen, wer nicht, hat selber schuld!
Many Greetings from Down Under
Regards,
Tim Schäfer
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