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Erfahrungsberichte 4AClub
Im Folgenden möchte ich euch etwas über mein Auslandssemester an der La Trobe University, Melbourne (Juli-Dezember 2007), berichten. Ich hoffe, meine Erfahrungen und Tipps helfen euch ein bisschen, das Studienunterfangen „Down Under“ mit viel Optimismus und Freude anzugehen.

Generelles:

Angekommen bin ich am 15. Juli 2007 am Tullamarine Airport in Melbourne. Ich wusste, dass es „Winter“ in Australien ist, jedoch hätte ich nicht mit knappen 5 Grad gerechnet. Dementsprechend hatte schon meine Ankunft auf diesem Kontinent etwas Überraschendes. Wie ich später erfahren habe, war dies der kälteste Winter in Melbourne seit über 10 Jahren.Da ich in Deutschland bis zum 13.7. 2007 (einem Freitag) Klausuren an der Uni geschrieben habe, war es mir leider nicht möglich, eher nach Melbourne zu fliegen. So habe ich die „Orientation Week“ zur Hälfte und die „Melbourne Welcome Week“ vollständig verpasst. Wie ich später erfahren habe, soll besonders die Melbourne Welcome Week sehr informativ und bereichernd für die internationalen Studenten gewesen sein. Da ich leider nur in den Genuss der „halben“ uniinternen „orientation week“ kam, habe ich mich dann dazu entschlossen, mich auf die wirklich studienrelevanten Einführungen zu beschränken.

So habe ich am ersten Tag der zweiten Woche der orientation week erstmal an einer „Campustour“ teilgenommen. Die La Trobe University hat den größten Unicampus der südlichen Hemisphäre und ohne diese Einweisung wäre ich vermutlich noch viel orientierungsloser in den ersten Tagen auf dem Campus rumgeirrt. Ebenso habe ich an einer Bibliothekseinführung teilgenommen und an den Willkommensfeiern meiner beiden Fakultäten, der „School of Social Science“ sowie der „Humanities“. Dort habe ich dann von ein paar älteren Semestern hilfreiche Tipps bekommen, wie ich dieses Semester an der La Trobe (notentechnisch) nicht nur überlebe, sondern zudem auch noch viel Spaß haben werde (Geheimtipp: jeden Donnerstag „Eagle Bar Party“!). Hätte ich mehr Zeit zur Verfügung gehabt, so hätte ich mir sicher nicht die „Driving School“ (jaaa, Linksfahren will gelernt werden) sowie etliche Einführungen in das Leben in Melbourne/Australien als internationaler Student generell entgehen lassen. Nach einer Woche des kurzen Eingewöhnens sowie einer rasant schnellen (erfolgreichen) Wohnungssuche hat am darauf folgenden Montag mein „Unileben“ in Melbourne richtig bekommen. Der Übersichtlichkeit halber werde ich nun meinen Bericht in verschiedene Unterpunkte gliedern.

Wohnungssuche

Wer ein ordentlicher Student sein will, braucht auch eine gescheite Bleibe, möglichst in Uninähe- zumindest war das meine Idealvorstellung meiner Studiunterkunft Down Under. Den ersten Tag an der La Trobe verbachte ich halb mit den Angeboten der „orientation week“ und halb vor dem Schwarzen Brett vor dem „International Office“. Dieses Schwarze Brett sollte man unbedingt (!!) aufsuchen, wenn man auf der Suche nach einer Unterkunft jeglicher Art ist. Dort hängen sortiert nach Unterkunftsart (Einzelzimmer in einer WG, Apartment, oder ganzem Haus) Wohnmöglichkeiten für so ziemlich jeden Geldbeutel und auch für jeden Geschmack. Es dauerte ganze 2 Stunden, da habe ich am Schwarzen Brett eine andere Deutsche getroffen, die mir freudestrahlend mitteilte, dass sie eine der Telefonnummern angerufen habe und nun einen Besichtigungstermin in einem Haus in Northcote habe. Zudem sei in diesem Haus auch noch ein Zimmer frei, selbst wenn sie dort einziehen würde. Spontan haben wir unsere Handynummern ausgetauscht (ganz wichtig, dass man sich so schnell wie möglich eine australische Sim-Karte zulegt). Am Abend des selben Tages haben wir telefoniert und meine zukünftige Mitbewohnerin teilte mir mit, dass das Haus toll, die Gegend super, der Vermieter „total nett“ sei und das Ganze zudem noch bezahlbar war. Also habe ich ungesehen zugesagt und am folgenden Tag sind wir schon in die WG gemeinsam eingezogen. Ich habe 260$ alle 2 Wochen Miete gezahlt (da war alles inklusive, auch Internet) und das lag auch so im Durchschnitt was meine übrigen Kommilitonen in Melbourne gezahlt haben.

Northcote (oder auch den angrenzenden Stadtteil „Preston“) kann ich nur wärmstens empfehlen! Vor unserer Haustüre lag eine Straßenbahnhaltestelle (Line 86 nach Bundoora) und man fährt sowohl in die Innenstadt (CBD) etwa 30 Minuten als auch zur La Trobe (die eben in Bundoora liegt). Somit liegt Northcote in der „Goldenen Mitte“ und ist ein sehr beliebter Stadtteil bei Studenten der La Trobe University. Für alle anderen Studenten (z.B. vom RMIT, Melbourne University…) dürfte Northcote zu außerhalb sein. Da ist es vielleicht besser, sich nach einem Stadtteil umzugucken, der mehr in der Innenstadt liegt, wie z.B. „Carlton“.

Eher abraten würde ich von einer Unterkunft im Studentenwohnheim (College) auf dem Unicampus. Es mag sicherlich von Vorteil sein, dass man direkt auf dem Campus wohnt und somit kein(kostenpflichtiges!) Straßenbahnticket zur Uni kaufen muss. Doch selbst wenn man den Straßenbahnpreis mitberücksichtigt, ist es günstiger, sich „off campus“ eine Unterkunft zu suchen. Mir persönlich hat keines der Studentenwohnheime zugesagt, ich habe mir interessehalber alle angeschaut. Die Einrichtung ist mehr als spartanisch und erinnert einen ein bisschen an eine Knastzelle der 70er Jahre. Mir ist noch ein Zimmer lebhaft vor Augen, das genau 10qm² groß war und etwa 400 Euro im Monat kosten sollte. Internet exklusive. Bad sowie Küche sind mit 11 anderen Studenten zu teilen. Unabstreitbarer Vorteil des Lebens „on campus“ ist sicherlich, dass man leicht Anschluss an die vielen anderen (internationalen) Studenten findet und vielleicht Donnerstags Abends häufiger in die „Eagle Bar“ geht, als wenn man anschließend noch 30 Minuten „Tram“ fahren muss (und zudem die letzte Bahn um 24h fährt). Es ist also (wie immer) Geschmacksache, ob man sich nun für eine Unterkunft on- oder off campus entscheidet.

Unileben

Die La Trobe University ist unterteilt in verschiedene Campi innerhalb Victorias. Ich habe auf dem größten Campus, dem Bundoora Campus, studiert. Aufgefallen ist mir vom ersten Unitag an die gute technische Ausstattung der Universität. Ein Beamer im Hörsaal sowie Seminarraum ist Standart, Studenten ohne eigenen Laptop können sich für Unipräsentationen einen Laptop im Rechenzentrum ausleihen. Die Sitzstühle im Hörsaal haben mich eher an Kinosessel erinnert, war ich doch von meiner Heimatuni bis dato nur unbequeme Holzstühle gewohnt. Die Unibibliothek verfügt über ausreichend Computer, so dass auch zu Stoßzeiten jederzeit ein effektives Arbeiten an den Unirechnern ermöglicht wird. Zudem gibt es in der Unibibliothek ein „Service Desk“, an dem freundliche Mitarbeiterinnen gerne noch einmal die Benutzung des Druckers, des Faxes, des Laminiergerätes (…) erklären (oder auch kurz entschlossen Schere und Kleber ausleihen, bzw. einem ein Taxi zum Flughafen reservieren).

Das Vorlesungsverzeichnis der La Trobe University ist (bedingt durch seine mehreren Campi) riesig und nicht auf den ersten Blick zu durchschauen. Es hat mich einen Nachmittag gekostet, mir (mit Hilfe der „Stundenplanberatung“) einen Stundenplan zu erstellen. Ich bin ehrlich gesagt nicht mehr davon ausgegangen, dass ich in alle Veranstaltungen „rein“ komme. An meiner Heimatuni ist es üblich, dass man sich in den Semesterferien zuvor in die gewünschten Veranstaltungen online „einwählt“ und hofft, dass es das Los gut mit einem meint und man tatsächlich einen der heiß begehrten Plätze in dem favorisierten Seminar bekommt. An der La Trobe bin ich einfach zu der ersten Veranstaltung jeweils hingegangen- und aufgenommen war ich in den Kurs. Das hatte auch nichts mit „Ausländerbonus“ zu tun. Die Kurse an der La Trobe University sind klein gehalten. Meine Seminare habe ich im Durchschnitt mit 10 anderen Studenten besucht, was ein effektives Arbeiten möglich macht.

Mein eigenes Arbeitsverhalten habe ich an der australischen Universität als grundsätzlich „anders“ im Gegensatz zu Deutschland erfahren. An der La Trobe University habe ich, kaum das ich angekommen war, bereits in Woche 2 und 3 eine kurze Präsentation halten müssen. Zu Beginn eines jeden Kurses haben wir eine Übersicht bekommen, wie sich die Kursnoten prozentual zusammensetzt und in welcher Woche welche Art von Leistung erwartet wird. Das Leistungssprektrum reichte von regelmäßigen „Essays“ zu einem Thema (ein Essay ist eine Kurzform einer wissenschaftlichen Hausarbeit), online- Quizze, Präsentationen, Tests, Klausuren sowie Gruppenaufgaben. Im Gegensatz zu deutschen Universitäten, wo häufig nur das „Endergebnis“ (die Abschlussklausur…) als entscheidend gewertet wird, zählt in Australien viel mehr die „Entwicklung“, eine dauerhafte Leistung konstant auf das Semester verteilt. Ich habe im Vergleich zu meiner Studienzeit in Deutschland erheblich mehr Zeit am Schreibtisch und in der Bibliothek verbracht. Jedoch muss man fairerweise erwähnen, dass die australischen Studenten in den „Semesterferien“ wirklich „Ferien“ haben und in dieser Zeit keine Klausuren oder Hausarbeiten schreiben, wie es an meiner Heimatuni der Fall ist. In so fern kann man den Arbeitsaufwand verteilt auf das ganze Semester in etwa dem in Deutschland gleichsetzten.

Das Campusleben kann man an der La Trobe University gut genießen. In der „Agora“, dem Mittelpunkt des Unicampuses, gibt es Cafes, Restaurants, eine Bank, einen Frisör und einen Kiosk. Besonders zur Mittagszeit gleicht die Agora häufig einem Straßenbasar, da sich alles draußen abspielt, jeder Student einen Kaffee in der Hand hält und quatschend mit Kommilitonen über den Campus läuft. Als „Extraservice“ bietet die Uni einen Campusbus an, der einem von verschiedenen Gebäuden auf dem Unicampus entweder zur Bus- oder zur Tramstation bringt ( da das Unigelände wirklich sehr weitläufig ist, würde man sonst unter Umständen 15 Minuten brauchen, um zur nächsten Haltestelle zu kommen). Die Universität versucht alles, um einem als Student das Leben möglichst angenehm zu gestalten. So findet man neben einem persönlichen „Study Adviser“, Englischunterricht, Hilfe bei der Wohnungssuche, Hilfe bei finanziellen Problemen, stets freundlichen Mitarbeitern im „International Office“, Freizeitaktivitäten (wie z.B. Sportclubs, Ausflüge in die Umgebung Melbournes…) oder„akademische Hilfe“ bei der Anfertigung der Essays auch immer ein offenes und verständnisvolles Ohr bei den Unidozenten. Mehrmals habe ich erlebt, dass meine Dozenten z.B. Abgabefristen für „internationals“ (gerade in den ersten Wochen) verlängert haben oder sich persönlich um die Belange der Studenten gekümmert haben. An dieser Uni geht bestimmt keiner unter- dafür gibt es viel zu viel Beratungs- Informations- oder generell Hilfsangebote, ganz nach dem australisch Motto „no worries, mate!“.

Melbourne

Melbourne gilt nicht umsonst als die „Kulturhauptstadt Australiens“. Hier findet man einfach alles. Ob man nun shoppen möchte in der Collins Street, gemütlich einen Kaffee am Federation Square trinken möchte, in eins der unzähligen (italienschen, griechischen, spanischen, deutschen (!), französischen, chinesischen, indischen…..) Restaurants gehen möchte, den Sonnenuntergang am Yarra River genießt, an den Strand nach St. Kilda fährt oder doch lieber etwas mehr „Action“ möchte (Footygame, Formel 1, Kino, Disko, Melbourne Cup Day, Museen….), für JEDEN ist in dieser genialen Stadt etwas dabei. Ich habe unzählige Stunden im Melbourne Museum, dem Immigration Museum oder dem Arts Centre verbracht, mit dem (australischen) Studentenausweis kommt man zudem kostenlos in diese Ausstellungen rein.

Melbourne gilt als „griechischste Stadt außerhalb Griechenlands“. Es ist der wahnsinnige Kulturenmix, das friedliche Miteinander und die vollkommene Aufgeschlossenheit der Stadt gegenüber. Neuankömmlingen (aus aller Welt), die es einem leicht machen, sich schnell „zu Hause“ zu fühlen. Betrachtet man einfach mal ein paar Minuten die Menschenströme vor der „Flinders Street Station“ bekommt man den Eindruck, dass die Stadt einen gemütlichen dennoch beständigen Puls hat, der niemals zu versiegen vermag. „Kolonialen Charakter“ bringen die vielen Kutscher, die Touristen Kutschfahrten durch die Stadt anbieten, in die Stadt. Erinnert die Aufmachung der Kutscher und er Kutsche doch sehr an England.

Gerade den Neuankömmlingen empfehle ich eine „City Circle“ Tour. Das ist eine Touristentram, die kostenlos jeden Tag, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt abfährt.Zu diesen gehören: Parliament House (Führungen an Wochenenden möglich), Treasury Building, State Library, Flinders Street, Collins Street, Bourke Street, Melbourne Museum und die Docklands (dort gibt es immer Wechselausstallungen wir z. B. „Körperwelten“). Melbournes Innenstadt (CBD) ist schachbrettartig angelegt, so dass man relativ schnell weiß, wie man von A nach B kommt. Empfehlen möchte ich den „Queen Victoria Market“, dieser ist immer Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags. Dort kann man gut und günstig Lebensmittel ( vor allem Obst und Gemüse!) und Souvenire kaufen. Ich habe dort zweimal jeweils fast einen Tag verbracht und war jedes Mal restlos begeistert.

Den Freizeitpark-Fans unter euch kann ich den „Lunapark“ im Stadtteil St. Kilda ans Herz legen. Für schlappe 20$ kann man dort den ganzen Tag in diesem Park verbringen.Beeindruckend fand ich die Aussicht (bis aufs Meer!) vom Rialto Tower, dem höchsten Gebäude der südlichen Hemisphäre. Besonders im Sonnenuntergang ein „must do“! Nicht entgehen lassen sollte man sich einen (oder mehrere) Besuch(e) im riesigen, imposanten „MCG“ (Melbourne Cricket Ground). Dort finden während der Football Saison regelmäßig Footballspiele statt und dort kann man ein kleines bisschen der (sportfanatischen) Luft der Melbournians schnuppern.

Ist man zufällig Anfang März in Melboune, darf natürlich ein Besuch im Albert Park, zum Auftakt der Fomel 1 Saison, nicht fehlen- Achtung: Tickets rechtzeitig sichern!!! Mein absolutes, persönliches Highlight in Melbourne, war der 6.11.2007, der erste Dienstag im November…. Wie sagen die Melbournians? „ It´s Cup Day, Babe- let´s get dressed!”- Cup Day, also Melbourne Cup Day. DAS Event in Melbourne, nein…In ganz VICTORIA: Dieser Tag ist Feiertag in Victoria und zumindest während der 3 Minuten, die das Pferderennen tatsächlich dauert, steht das Land still. Nicht umsonst wird der Melbourne Cup Day auch als „race that stops a nation“ bezeichnet. Einfach nur unbeschrieblich, faszinierend, Kleid und Hut sind für die Damenwelt Pflicht- ansonsten macht es nur halb so viel Spaß!

Für einen Mehrtagestrip kann ich die „Great Ocean Road“ und die „Grampians“ empfehlen, atemberaubende Natur!! Die La Trobe University hat einen Tagesausflug in einen Wildpark nach Healesville angeboten (Kängurus, Koalas, Wombats, Emus….Koalaaufzuchtsstation….), an dem ich mitgefahren bin, auch dieser Park ist sehr sehenswert. Last but not least empfehle ich einen (bestenfalls mehrtägigen) Trip nach Philip Island. Dort gibt es neben der weltberühmten allabendlichen Pinguinparade auch Seelöwen und atemberaubende (Küsten- )Landschaften zu bestaunen.

Lifestyle Down Under

Ich habe in meinen ganzen Monaten in Australien immer nur zuvorkommende, freundliche, hilfsbereite(!!), interessierte Australier kennen gelernt. Das mag nun verdammt nach Stereotyp klingen, ist aber wirklich so. Die Australier sind (!) freundlich. Sie haben die Sonne nicht nur auf ihrem Kontinent sondern auch in ihrem Herzen. Zumindest ist das meine Erfahrung und die teile ich auch mit meinen Kommilitonen, die alle in Melbourne studiert haben.Bin ich zu Beginn meiner Unizeit etwas „planlos“ durch die Uni gelaufen, wurde sofort Hilfe angeboten. Eine australische Kommilitonin hat sogar angeboten, dass ich ihr mein Essay per E-Mail schicken kann und sie es dann nach Grammatikfehlern durchliest. Ich weiß nicht, wie oft ich den Satz „If you ever need help- please let me know“ gehört habe?! Aber auch außerhalb des Campus ist mir beinah täglich die warmherzige Ader der Australier aufgefallen. Ich habe jetzt noch das sympathische „Good Morning Passengers“ im Ohr, wenn ich an die Flinders Street Station denke (by the way…WARUM sind australische Züge in den 7 Monaten, die ich in Australien war, IMMER pünktlich gekommen??! Aber das nur am Rande).

Die Aussies sind sportverrückt…
Das äußert sich nicht nur an den gut besuchten Footygames, den Australian Open (übrigens auch in Melbourne), der Formel 1, vermutlich millionen Surf- und Tauchschulen im ganzen Land, unzählige Rudermannschaften, Rugby, Cricket (auch hier deutlich sichtbar der englische Einfluss), Golf, Reiten uvm. Mindestens genauso „verrückt“ wie der Aussie nach Sport ist, ist er nach „Outdoor“ im Allgemeinen. Ich habe mehrmals in Melbourne oder Sydney am Strand geschlafen und Morgens um 6 Uhr bin ich von der Masse an Joggern, Kajakfahrern oder Radfahrern geweckt worden.

Eine Tradition, die nicht wegzudenken ist aus dem australischen Alltag, ist das Barbecue!!Grillen. Kann man in Australien zu jedem Anlass, Tageszeit, Ort und Temperatur. Mein erstes „Barbie“ hatte ich im Juli 2007 bei 5 Grad Außentemperatur. Aber wer ein echter Aussie ist, der steht zu seinem Kulthobby, auch unter widrigsten Umständen (und lecker ist es allemal!). Ich hatte oft den Eindruck, dass der „typische Australier“ einfach nett, sportlich, gerne draußen, Barbie-Fanatiker, überaus hilfsbereit, aufgeschlossen gegenüber Fremden und einfach „umgänglich“ ist. Der typische Aussie ist zudem äußerst patriotisch, was sich nicht nur an dem exessiven „Australien- Flagge kaufen- und- im- Garten- gleich- neben- dem Pool- hissen- bemerkbar macht. Bei internationalen Sportevents, wie z.B. den Australian Open“ sind die Auftritte der Landesleute schon fast Pflichtprogramm im Fernsehen und selbst die kleinsten Aussies(mein Studienobjekt war zu diesem Zeitpunkt 3 Jahre alt) läuft mit gekreuzten Fingern durchs Haus und schreit lauthals mit, wenn denn ein Aussie in Führung geht.


Anerkennung meiner Studienleistungen an meiner Heimatuni

Da ich unter Anderem Englisch studiere, haben besonders meine Englischdozenten positiv auf meinen Auslandsaufenthalt reagiert. Bemerkenswert fanden es die meisten Dozenten, dass ich mir die Mühe gemacht hatte, mir ein Land und eine Uni auszusuchen, mit der kein Partnerabkommen mit meiner Fakultät in Deutschland besteht. Alle meiner Scheine aus Melbourne sind anerkannt worden und es bedurfte zu keinem Zeitpunkt irgendeine Art von „Überzeugung“. Ohne wenn und aber sind meine Leitungen anerkannt und wortwörtlich „gewürdigt“ worden. Vor meiner Abreise stand nicht genau fest, welche Kurse ich in Melbourne belegen würde. Ich bin für 10 Kurse zugelassen worden (innerhalb eines Fachgebietes natürlich) und habe im Vorfeld meine Dozenten in Deutschland gefragt, ob sie einen dieser Kurse gar nicht akzeptieren würden- dies wurde immer verneint. Daher habe ich mich dann vor Ort für die Veranstaltungen entschieden, die mit inhaltlich am Meisten zugesagt haben und habe dann noch einmal per E- Mail mit meinen Dozenten in Deutschland Kontakt aufgenommen.Nachdem ich dann das offizielle „OK“ hatte, konnte ich beruhigt mein Semester Down Under angehen. Eine Note habe ich für meine australischen Scheine in Deutschland nicht bekommen, da ich diese mir „nur“ für Vorlesungen und Seminare habe anerkennen lassen, die man nur „bestehen“ oder „nicht bestehen“ konnte.


Persönliche Einschätzung meines Semesters in Melbourne

Dieses Auslandssemester zu machen, war die beste Entscheidung, die ich in meinem Studium hätte treffen können! Angefangen von der Stadt Melbourne, der Universitätswahl und dem Land Australien an sich hätte es nicht besser laufen können. Ich habe nicht nur mein Englisch verbessert, sondern Kontakt zu Menschen in aller Welt geknüpft (und diese bestehen heute, dank Facebook immer noch), ich habe andere Kulturen kennen gelernt und bin in manchen Situationen über mich hinaus gewachsen. Ich habe wahnsinnig viel über mich selber, meine Sprache, mein Land und meinen „Background“ erfahren können- vermutlich besonders bedingt durch die wahnsinnige Distanz zu Deutschland und dem Zusammenprall der unterschiedlichsten Kulturen auf dem australischen Unicampus.Ich habe während meiner Reisezeit im Anschluss an die Uni viel Faszinierendes sehen können (in Australien und Neuseeland) und ich bin mir sicher, dass ich, so schnell es geht wieder zurück in meine neue Wahlheimat Melbourne kommen werde!! Ich kann jedem nur empfehlen, diesen Schritt „zu wagen“. Ihr werdet nicht enttäuscht sein und für euer restliches Leben vermutlich immer gerne (und mit gaaanz viel Wehmut) an euere Studienzeit in Australien zurückdenken!!

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