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Dank der unschätzbaren Hilfe von Ranke-Heinemann konnte ich im Februar 2005 für ein Semester in Melbourne an der Deakin University studieren! Vielen Dank!

Vorab: Finanzierung und Visum
Falls ihr auf Auslandsbafög angewiesen seid, so seid euch bewusst, dass ihr unter Umständen erst einen Bescheid und Geld bekommt, wenn ihr schon einige Monate in Australien seid. So ist es zumindest bei allen Leuten, die momentan in Australien sind. Aber ich hoffe, dass das Auslandsbafög-Amt den Andrang bei späteren Jahrgängen besser in den Griff bekommt.
Was das Studentenvisum betrifft, macht eure Bewerbung auf jeden Fall mit der richtigen Nummer des Reisepasses und nicht des Personalausweises (wie ich, was mir eine Menge Ärger eingebracht hat). Falls ihr für zwei Semester bleiben wollt, dann kümmert euch besten schon 2-3 Monate eher um einen Termin für die unumgängliche ärztliche Untersuchung, da die zuständigen Ärzte unter Umständen recht späte Termine anbieten.

Die ersten Tage & Wohnungssuche
Ohne Frage waren meine ersten Tage in Melbourne sehr aufregend. Ich hatte mir ein Bett in einem Hostel, dem GreenhouseBackpackers reserviert, in dem ich 10 Tage geblieben bin, bis ich ein Zimmer gefunden hatte. Andere hatten sich schon vorab über die Uni eine Unterkunft besorgt, sei es on- oder off-Campus in einer Art Studentenwohnheim, was recht teuer ist, aber natürlich jeglichen Stress mit der Zimmersuche erspart. Ich kann dennoch wärmestens weiterempfehlen, die ersten Tage in einem Backpackers zu verbringen, denn dort lernt man jede Menge Leute kennen und man kann zur Not auch dort für free accomodation arbeiten. Ich selbst habe in den ersten Tagen gar nicht nach einer Wohnung gesucht, und als ich dann angefangen hatte, ging es recht schnell. Die Deakin Uni hat mir sehr mit der Suche geholfen und mich sogar zu den verschiedenen Wohnungen gefahren. Die vierte Wohnung habe ich genommen. Für unschlagbare 80$ die Woche ich zu einem jungen australischen Päärchen nach Kew gezogen. Lasst euch allerdings nicht von dieser Miethöhe täuschen, denn ich habe niemand gefunden, der weniger bezahlt hatte. Tatsächlich schwankten die Mieten, von denen ich gehört hatte, im Bereicht von 85$-145$.

Melbourne
Melbourne ist laut offiziellem Ranking eine der lebenswertesten Städte der Welt. Man merkt auch schnell, dass die Einwohner sehr zufrieden und glücklich zu sein scheinen und unheimlich freundlich und aufgeschlossen sind. Melbourne ist bekannt für seine vielen Festivals und als Student kann man kostenlos viele gute Museen besuchen. Die zahlereichen Stadtbibliotheken sind auch kostenlos. Mir ist in meinen ersten Tagen besonders aufgefallen, dass die Stadt sehr grün ist. Überall stehen Bäume und es gibt viele gepflegte Parks. Alles in allem wirkt die Stadt recht geordnet und manchmal konnte ich mich dem Gedanken nicht entziehen, es wirkte schon fast „perfekt“. Der City Business Distrikt repräsentiert wahrscheinlich das, was man von Melbourne erwartet: in den Himmel ragende Bürogebäude, die Flinders Station und inmitten der Yarra River. Das alles ist wirklich großartig, und ich habe es jedes Mal genossen in der City zu sein. Was ich jedoch nicht erwartet hatte, ist, dass die City im Verhältnis zum Rest von Melbourne wirklich winzig ist: von dem laut Lonely Planet 8806 km2 großen Melborne entfallen nur knapp 2 km2 auf die City (!).
Wenn ihr also eine Wohnung/Zimmer sucht, dann am besten in den sogenannten „inneren“ Suburbs. Ich selber habe in einem entfernteren Suburb namens Kew gewohnt. Kew ist zwar nur 25 Minuten mit der Tram von der City entfernt, aber das Leben hier fühlt sich meiner Meinung nach ganz anders an. Es gibt fast ausschließlich einstöckige Einfamilienhäuser, Haus an Haus. Die Hausnummern gehen regelmäßig bis 1000 und außer riesigen Schulanlagen, Supermärkten und eben Häusern gibt es nicht so viel. Ach ja, Autos, Autos, Autos… Schätzungen zufolge 1.5 Millionen davon.
Wie auch immer, die „City of Melbourne“ ist toll und die Stadt ist definitiv ein idealer Ausgangspunkt für Reisen, z.B. an die Great Ocean Road, auf diverse Inseln und vor allem nach Tasmanien!


Uni & Studium
Ich habe als Study Abroad Student an der Deakin University am Burwood Campus studiert. Leider ist der Campus ca. eine Stunde mit der Tram von der City entfernt. Das heißt natürlich, man kann sich voll und ganz auf die Uni konzentrieren. Für mich neu war, dass der Campus alles hatte, was man zum Leben braucht: einen Foodstore, einen Bookshop, sehr gute Computerzugänge, Entertainment wie Livebands, einen Pub, … und Hörsäle natürlich. An der Deakin Uni gibt es sehr viele internationale Studenten und diese werden auch exzellent betreut. Das Studium ist im Gegensatz zu deutschen Unis stark strukturiert und sehr anwendungsorientiert, was vielleicht eher den deutschen Fachhochschulen nahe kommt. Dadurch weiß man von Anfang an, was von einem erwartet wird und das macht es recht einfach. Allerdings muss man sehr viel Zeit dafür investieren, zuhause die wirklich dicken Reader zu wälzen. Ein Punkt noch, der mir wichtig erscheint: wenn ihr noch etwas Freizeit neben dem Studium haben möchtet, dann denkt darüber nach, nur drei statt vier Units zu belegen.

Zusammengefasst
Es war eine unbezahlbare Erfahrung, ein halbes Jahr fast am anderen Ende der Welt zu leben. Ich habe hier viel über Immigration und die australische Identität lernen können und gesehen, dass die Menschen auch ohne unnötige Bürokratie glücklich leben können. Schon die australische Mentalität allein ist es wert, hier zu studieren.
Trotzdem, das Leben in Melbourne ist nur eine Geschichte, und das Reisen ist eine andere!

Nadine Sölch

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© by Institut Ranke-Heinemann - Studium/Studieren in Australien und Neuseeland, 2010