Für mich stand relativ schnell fest, dass ich im Anschluss an meinen Bachelor einen Master im Ausland machen möchte. Nun blieb die Frage wohin es denn gehen sollte. Nach einigem Überlegen habe ich mich dann für Neuseeland entschieden. Zum einen, weil ich bereits viel darüber gelesen hatte und die Bilder in den Bildbänden einfach zu traumhaft waren und zum anderen, weil an der Auckland University of Technology (AUT) ein Master of Arts in Communication Studies mit einer breiten Seminarauswahl angeboten wird. Mittlerweile bin ich bereits eineinhalb Jahre hier und habe daher einen relativ guten Einblick erhalten.
Neuseeland:
Zunächst einmal, die Bilder in den meisten Büchern übertreiben nicht im Geringsten. Die Natur ist einfach traumhaft und man kann eine Menge unternehmen. Angeboten wird vieles. Unter anderem die bekannten Fun-aktivitäten, wie Bungee, Fallschirmspringen, Water-rafting und eine Menge mehr. In den meisten Unterkünften finden sich auch zahlreiche Prospekte. Nun, selbst nach eineinhalb Jahren habe ich noch viele Punkte auf meiner To-do-Liste abzuarbeiten, aber was ich bisher gemacht habe, hat sich in jedem Fall gelohnt. Der Tongariro Crossing auf der Nordinsel zum Beispiel ist zwar anstrengend für einen ungeübten Wanderer wie mich, aber die Erfahrung mal in einem Vulkankrater zu stehen, ist es allemal wert. Aber auch zahlreiche andere Wanderwege wie beispielsweise der Te Henga Walkway (direkt an der Küste entlang) in der Nähe von Auckland bieten viel Entspannung, Natur pur und Neuseeland von der besten Seite und ist auch für den schmalen Geldbeutel sehr empfehlenswert.
Die Südinsel ist natürlich auch unbedingt sehenswert. Hier sei beispielsweise die Überfahrt von Wellington nach Picton mit der Fähre erwähnt, aber auch Städte wie Dunedin (ein Besuch in der Cadbury-Schokoladenfabrik ist ein Muss) oder die Überquerung der Southern Alps. Ein besonderes Erlebnis ist es mit dem Motorrad Neuseeland zu erkunden. Die Straßen sind ein Traum für jeden Motorradfan. Was jedoch nicht unterschätzt werden darf, ist die Fahrtzeit. Es gibt lediglich Landstraßen und keine Autobahnen, was zum einen natürlich schöner ist um die Gegend zu bewundern, zum anderen jedoch, dauert es länger von A nach B zu kommen.
Wer relativ günstig und schnell in Neuseeland reisen möchte, für den lohnt es sich auf Sonderangebote von Air New Zealand zu achten. Unter www.grabaseat.co.nz sind manchmal gute Angebote zu finden. Eine weitere Airline ist Jetstar. Da ich damit aber noch nicht geflogen bin, kann ich auch nicht sagen wie günstig oder gut sie sind.
Auckland:
Das Stadtbild von Auckland ist stark durch die verschiedenen Kulturen der Menschen geprägt. Ich wohne im Westen von Auckland, also etwas weiter außerhalb (in Henderson). Für mich war es wichtig möglichst nah an der Stadt aber dennoch halbwegs im Grünen zu wohnen. Wer etwas weiter außerhalb wohnt, sollte schon überlegen sich ein Auto anzuschaffen. Es fahren zwar Busse, aber man muss sich schon gut darauf einstellen können, denn des Öfteren stand ich schon vergebens an der Haltestelle, weil der Bus entweder zu früh kam (und ich noch nicht da war) oder erst gar nicht erschien. Wer das pure Partyleben vorzieht, sollte sich direkt im CBD einquartieren. Das Leben in WGs („flatting“) ist hier nicht nur bei Studenten sehr beliebt. Generell sind die Mieten in Auckland im neuseeländischen Vergleich relativ hoch. Jedoch hängt es auch davon ab in welchem Stadtteil man wohnt. Wer Wohnungen und andere Dinge sucht, sollte sich auf www.trademe.co.nz umschauen, eine Art neuseeländisches Ebay (es gibt auch noch zahlreiche andere Webseiten für die Wohnungssuche). Die Mieten werden hier, im Gegensatz zu Deutschland, pro Woche angegeben. Wer ein Auto ersteigern will, dem sei www.turners.co.nz empfohlen. Hierüber habe ich mein Auto gefunden. Jedoch sei angemerkt, dass man die Autos vorher nur begrenzt Probe fahren kann und man auch eine Art Transaktionsgebühr zahlen muss. Ich habe Glück gehabt, auch nach eineinhalb Jahren fährt mein Auto noch.
Leben:
Das Leben in Kiwiland ist generell sehr relaxt. Die Menschen sind freundlich und auch noch an einem Freitagnachmittag lächelt einen die Bankangestellte noch an. Auch habe ich größtenteils nur sehr hilfsbereite Kiwis kennengelernt. Der Kiwiakzent mag vielleicht am Anfang noch etwas gewöhnungsbedürftig sein, man gewöhnt sich aber auch daran. Von den Preisen für Lebensmittel etc. her gesehen ist das Leben in Auckland in etwa vergleichbar mit Deutschland. Obst und Gemüse ist ein wenig billiger, was jedoch auch saisonabhängig ist. Oft lohnt es sich in den umgebenen Obst- und Gemüseläden zu schauen, denn hier lassen sich häufig Sonderangebote finden. Kosmetikartikel (Creme, etc.) sind oftmals teurer, besonders in den Pharmacies (hier werden nicht nur Medikamente verkauft). Bars, Cafés und andere kulturelle Angebote sind in den größeren Städten überall zu finden. Mein persönlicher Favorit ist hier Wellington. Diese Stadt hat für meine Begriffe ein ganz eigenes Flair und man kann eine Menge unternehmen.
Studieren:
Ich studiere an der Auckland University of Technology (AUT) und absolviere das Masterprogramm in Communication Studies. Speziell bezogen auf diesen Studiengang kann ich sagen, dass das Seminarangebot sehr vielseitig ist. Von Journalismus über PR, Organisationskommunikation bis hin zu Digital Media sind Seminare vorhanden. Im ersten Jahr des Masterprogramms werden ausschließlich Seminare besucht und im zweiten Jahr wird dann die Thesis angefertigt. Zu den Seminaren lässt sich sagen, dass das Arbeitsvolumen relativ hoch ist. Pro Seminar (15 Points oder 30 Points) müssen Projekte oder im Durchschnitt 3 Hausarbeiten pro Semester angefertigt werden. Wenn man vier Seminare hat, kann das schon leicht stressig werden. Aber es ist zu schaffen und der Vorteil ist, dass man dann in den großen Semesterferien frei ist. Generell gibt es Ferien einmal direkt im Semester und jeweils zwischen den Semestern, wobei von Mitte November bis Anfang März die großen Sommerferien sind. Das akademische Jahr beginnt meistens Anfang März. Was ich auch gut fand ist, dass die Möglichkeit besteht auch Kurse anderer Fakultäten zu besuchen. So habe ich beispielsweise an einem Seminar der Business Faculty teilgenommen, was wirklich sehr interessant war. Die Betreuung der Studenten ist hier wirklich sehr gut. Nach meiner Erfahrung waren die meisten Dozenten immer hilfsbereit und freundlich. Es wird sich hier mit Vornamen angesprochen und generell ist es sehr locker. Je nach Seminar habe ich Klassen mit 5 Studenten oder mit 20 Studenten erlebt. Das Phänomen „Massenuni“ hab ich hier nicht zu spüren bekommen.
Als Fazit kann ich sagen, dass sich mein Aufenthalt hier in Neuseeland auf jeden Fall gelohnt hat. Man lernt eine Menge interessanter Menschen und auch interessante Kulturen kennen, denn die Kiwikultur ist besonders durch Vielfältigkeit gekennzeichnet. Erleben lässt sich immer etwas und ich möchte die gemachten Erfahrungen auf keinen Fall missen.