Ich habe ungefähr ein Jahr vorher angefangen meinen Studienaufenthalt zu planen. Am Anfang habe ich das Internet nach Webseiten von Universitäten aus Australien durchsucht. Dabei ist mir die Website der University of Adelaide aufgefallen, und so habe ich mich genauer bei Ranke-Heinemann über diese Universität informiert. Nachdem die Fächer, die Empfehlung von Ranke-Heinemann und der Eindruck den ich von durch Website von der Uni hatte, gestimmt haben, hab ich mich bei der Uni beworben. Nach ca. 2 Monaten bekam ich das Studienplatz-Angebot, dass ich dann auch sofort mit der Bezahlung der Studiengebühren bestätigte. Leider hab ich daraufhin nicht sofort einen Flug gebucht, sondern erst nach erhalten des Visums!! Dies hatte zur Folge, dass ich nur noch einen recht teuren Flug bekommen habe. Daher mein Tip: Wenn man den Studienplatz annimmt, sofort einen Flug buchen, meistens kann man den dann immer noch kostengünstig um ein paar Tage verschieben. Das Visum hab ich übrigens innerhalb von 4 Wochen bekommen!! Nachdem ich dann ein Fax mit meinen Ankunftsdaten an die Uni geschickt hatte, hab ich ein Schreiben ca. 2 Wochen vor meinem Abflug per E-mail von der Universität erhalten, in dem mir mitgeteilt wurde , dass ich am Flughafen abgeholt werde, und dass ich dann zu meine temporary accomondation gebracht werde.
Am 11.02.03 habe ich mich dann endlich auf den Weg nach Adelaide gemacht. Dort angekommen, ist auch alles so eingetroffen, wie es in der E-mail beschrieben worden war. Ich wurde mit einigen Leuten zum Royal Adelaide Hospital, wo sich meine kurzzeitige Unterkunft befand, gefahren. Und ja, es ist wirklich ein Krankenhausflügel!! Man lebt dort ca. mit 40 anderen auf einem Stockwerk, so dass man hier bereits anfängt erste Kontakte zu knüpfen. Während der Fahrt haben alle ein Informationspaket bekommen. Darin enthalten waren Buspläne, Stadtpläne und Infos, wie es weitergeht.
Im Hospital angekommen, hab ich nur kurz meine Sachen ausgepackt, und bin dann erstmal ein bißchen durch die Stadt gelaufen. Die City von Adelaide ist zwar zu Fuß gut zu bewältigen, man sollte aber die Distanzen nicht unterschätzen. Man kann hier auch 30 min für einen auf der Karte "kurzen Weg" brauchen!!
Den Jet-Lag hab ich egentlich ganz gut verkraftet. Am ersten Abend hab ich`s aber doch nur bis um 20 Uhr ausgehalten, danach mußte ich dann ins Bett. Insgesamt würde ich sagen, dass man ca. 1 Woche etwas verwirrter als sonst durch die Gegend läuft :-).
Am nächsten Tag bin ich dann, wie mir im Willkommens-Brief gesagt wurde, ins Welcome Center. Dort hab ich eine kleine Einführung über die Uni, noch mehr Info-Material und Wissenswertes über die Welcome-Woche bekommen. Während den zwei Wochen gibt es Seminare über Wohnungs-Suche (war ganz ok, gehalten hab ich mich an die Ratschläge nicht :-), Budget-Planung (für Leute, die noch nie alleine gelebt haben ganz interessant, glaub ich), Verkehrssystem in Adelaide (sehr gut!!, ist nämlich um einiges anders als in Deutschland), Sicherheit und Gesundheit (unbedingt hingehen!!) und noch über wie Schreib ich einen Essay/Bericht (naja, das hatten wir eigentlich schon alles am Gymnasium). Das Welcome-Center war sehr gut!! Dort hatte man immer einen Ansprechpartner, wenn etwas nicht klar war, oder man einfach nur jemanden zum ratschen brauchte. Außerdem hat man sich dort immer mit den anderen internationalen Studenten getroffen :-).
So und nun zur Wohnungssuche: Es ist eine rießige Herausforderung, die aber bis jetzt JEDER gemeistert hat. Es gibt an der Uni ein Accomondation Center, zu dem jeder internationale Student eine Hass-Liebe pflegt :-). Man hat dort die Möglichkeit umsonst Leute anzurufen, und eine Datenbank zu durchsuchen, die mit sämtlichen freien Räumen, die es zur Zeit in Adelaide gibt, gefüllt ist. TIP: Die University of South Australia ist auch in Adelaide. Die sind viel größer, und haben daher auch eine größere Datenbank. Daher lohnt sich ein Blick in diese Datenbank!!! Außerdem liegen Zeitungen von Wohnungsangeboten aus. Der Durchschnittssuchende braucht ca. 4-5 Tage. Wenn die Ansprüche höher sind, oder man nicht so viel Glück hat, kann es auch 2 Wochen dauern. Da man die Temporary Accomonadtion allerdings nur ne Woche hat, setzt man sich selber etwas unter Druck, dass man ein Zimmer in einer Woche findet. Bei uns war das Problem, dass es hieß man könnte verlängern, aber leider ging es dann doch nicht. Es gibt allerdings viele Bed&Breakfast, so dass man sich NICHT STRESSEN muß!!!! Wie gesagt, jeder findet eine Unterkunft!!! Es gibt auch einige die im Semester nochmal umziehen. TIP: Man braucht nicht unbedingt eine Wohnung in Adelaide oder North Adelaide. Wenn man gerne Rad fährt, kann man sich hier recht günstig (ich hab meins neu im Supermarkt mit Schloß und Licht und Helm [hier ist Helmpflicht] für 150 Dollar gekauft) ein Rad kaufen. Dadurch spart man sich ca. 30 Dollar pro Woche Miete, man ist unabhängig vom öffentlichen Transportsystem und tut seinem Körper viel gutes :-). Viele Studenten, die nur ein Semester hier studieren und nicht so oft in der Woche an die Uni müssen, nehmen sich ein Zimmer am Strand.
Ich habe nach 3 Tagen durch viel Glück ein Zimmer in Black Forest, das ist 25 min von der Uni und 30 min vom Strand mit dem Fahrrad entfernt, gefunden. Ich hab mir dann auch noch für 10 Dollar/Monat eine Flate-Rate zugelegt. Ok, man darf zwar nur 71 MB im Monat downloaden, aber das ist für Chat-Programme in Ordnung. Außerdem kann man hier einen Dial-Up-Service von der Uni nutzen, mit dem man auch sehr günstig ins Internet kann. Für genauere Infos einfach auf der Uni-Seite nachschauen.
Die University of Adelaide:
Vorteile allgemein:
- sehr gutes Web-Angebot!!
- nette Dozenten (hier dutzt man die Dozenten!!)
- sehr nettes Personal, besonders im Internationalen Zentrum, immer hilfsbereit!!
- ein Gebäude nur für Studenten mit nem Fitness-Center, ner Bar, zwei Cafes usw.
- das Uni-Gelände sieht sehr schön aus (Napier Building ausgeschlossen)
- Uni liegt genau in der Kultur-Meile (d.h. Gallerien und Museum nebenan)
Nachteile allgemein:
- man darf insgesamt nur 150 MB Traffic auf uniexternen Seiten verursachen
- am Anfang etwas unübersichtliches Gelände, aber mit der Karte von der Uni, mit der man sich gleich als Neuling outet, findet man eigentlich alles
Vorteile Informatik:
- alles ist sehr praktisch; in jedem Fach hat man Programmieraufgaben, die in die End-Note eingehen
Nachteile Informatik:
- wenige Fächer insgesamt
Bzgl. neue Leute kennenlernen:
Im Accomondation Center, im Hospital, im Welcome Center, aufm O-Camp und während dem Studium lernt man viele Leute kennen. Am Anfang zwar eher nur internationale Studenten, aber nach ner Zeit auch Einheimische. Gerade im Accomondation Center und im Welcome Center sind viele "Leidensgenossen", die den Frust, wenn man gerade wieder ne Wohnung angeschaut hat, die unzumutbar war, verstehen, und die auch froh über neue Kontakte sind!! Da die Australier sehr offene Menschen sind, findet man schnell Anschluß.
Alles in allem bereue ich diesen Schritt auf gar keinen Fall!! Der ganze Aufwand hat sich gelohnt. Und man sollte, wenn man an Australien interessiert ist, sich nicht von der Distanz abschrecken lassen. Man kann durch E-mail, Chat-Programme und Telefonate sehr gut Kontakt zu seinen Freunden und seiner Familie halten. Telefonieren ist hier übrigens auch sehr billig ca. 2,5 Cent/Minute!! Man muß sich nur eine Telefonkarte kaufen und nicht mit Telstra telefonieren (im Moment ist Go Banana recht gut, kann sich aber von Monat zu Monat ändern). Viele meiner neuen Freunde und ich verspühren somit keinerlei Heimweh!! Und die Zeit vergeht so schnell, da man täglich neues erlebt!!